I. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1995. 191 Seiten.
Die Hekhalot-(Thronhallen)Literatur gehört zur Merkaba-(Thronwagen) Literatur, die den Aufstieg durch die sieben Himmel und sieben Thronhallen zum Thronwagen Gottes schildert. Ez 1 und 10 bilden den Ausgangspunkt dieser Spekulationen. Diese esoterisch-mystischen Texte gehören zu den späten aggadischen Werken und werden spätestens ins 10. Jh. datiert. Der nun vorliegende letzte Band der Übersetzung (Band II, III und IV sind bereits erschienen) umfaßt in 80 Paragraphen eine Makroform des 3. Henoch nach der Vatikanischen Handschrift V228. Der Band gliedert sich in Einleitung (VIILXIII) und Übersetzung (1-191). Ein Registerband erscheint separat. Neben dem hebräischen Text, der in Form einer Synopse (1981) und von Genizafragmenten (1984) zugänglich gemacht ist, liegt nun auch eine sorgfältige, übersichtliche und mit zahlreichen Notizen ergänzte deutsche Übersetzung vor. Die systematische Erschließung der frühen mystischen Literatur des Judentums ist nun mit Textbasis und Übersetzung soweit vollständig, daß sowohl Wissenschaftler/innen als auch interessierte Laien sich umfassend mit diesen interessanten Themata beschäftigen können.
Olivia Franz-Klauser
Jahrgang 4/1997 Seite 296