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In memorian

Albrecht Goes (1908-2000)

Am 23. Februar 2000 starb der evangelische Theologe, Dichter, Erzähler und Essayist Albrecht Goes. Während des Zweiten Weltkriegs wirkte er als Lazarett- und Gefängnispfarrer. An diese Zeit erinnert seine Erzählung „Das Löffelchen“ (vgl. FrRu XVIII[1966]141). Berühmt wurde er jedoch durch seine Erzählungen „Unruhige Nacht“ (1950) und „Das Brandopfer“ (1954). Letztere wurde von der Regierung des Landes Hessen an die Schulen gesandt mit der Aufforderung, über die Lesung zu berichten (vgl. FrRu XII[1959/60] 26).

Albrecht Goes arbeitete eng mit Gertrud Luckner zusammen und widmete ihr auch eine Anzahl von Gedichten. 1963 beteiligte sich Goes mit vielen Prominenten an dem Projekt eines „Martin-Buber-Waldes“ in Israel zu dessen 85. Geburtstag. Seine große Verehrung für Martin Buber, begründet in der „Ehr-furcht vor dem Wort“, drückte er einmal aus in den Worten: „Wenn Martin Buber so unter uns ist, hat man ... die Vorstellung: Die Gottesgeschichte geht weiter, die Geschichte von Abraham und Jesaja: die ewige Stimme schweigt nicht“ (Albrecht Goes, Tagwerk. Prosa und Verse. Frankfurt/M. 1976, vgl. FrRu XXVIII[1970]114). Daß Pfarrer Goes sein Amt als Prediger auch mit dem des Dichters zu verbinden wußte, zeigte er u. a. in seiner Predigtsammlung „Der Knecht macht keinen Lärm“ (1968). Für alle Zeiten gültig bleibt sein Hinweis: „Es gibt Abgründe, die man nicht überbrücken soll. Es gibt Daten, die man nicht ausradieren soll aus dem Gedächtnis der Nation ... Antisemitismus ist keine Meinung, noch weniger eine Haltung, sondern eine Pest.“ (Nachwort zur 2. Auflage von „In deinen Toren, Jerusalem“. Jüdische Legenden, nacherzählt von Else Schubert-Christaller, Heilbronn 1952, vgl. FrRu V[1951/52]35). E. W.


Jahrgang 7/2000 Seite 234



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