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Leser-Echo

R. J. Zwi Werblowsky, Jerusalem, kommentiert die Rezension „Seffi Rachlevsky, Chamoro schel Maschiach/Der Esel des Messias“ (FrRu 6119991146-147):

Ich bin mit dem Rezensenten (R. Breslauer) völlig eins. Nur möchte ich ihn darauf aufmerksam machen, daß der Autor des Buches — mit einigen Jahren Verspätung — auf den modischen Wagen revisionistischer Geschichtsschreibung springt. Ich dachte, daß wir davon mit Benny Morris (1987), Ian Pappé (1988) und Avi Shlaim (1988) etc. die Nase mehr als voll hätten. Die Bücher sind zwar auf wissenschaftlich beachtlichem Niveau, ideologisch jedoch völlig verzerrt.


Annelise Butterweck, Bergisch Gladbach, greift zurück auf die Rezension zu „Georg Baudler, El Jahwe Abba“ (FrRu 5[19981291-292):

Mit großem Interesse las ich die Besprechung durch Alwin Renker. Sie regte mich zu einem Referat in unserem Ökumenekreis an, rief aber auch Fragen hervor. Es ist mir nicht klar, warum Baudler die Gottesbezeichnung „Abba“, die im NT nur dreimal vorkommt (Mk 14,36; Röm 8,15; Gal 4,6) und keine andere Qualität besitzt als „unser Vater“ (vgl. Mt 6,9; Jes 63,16), für die angeblich unübertroffene höchste Stufe des dargestellten Gottesverständnisses gewählt hat. Dies leuchtet mir um so weniger ein, als ja schon in ältesten Texten der hebräischen Bibel die theophoren Namen Abraham, Abijahu, Abiel, Abimelech etc. erscheinen, die im vorbiblischen semitischen Bereich ihre Vorgänger haben — nicht erst am Ende (nachexilische Zeit) stehen. Demnach muß Gott ja schon in sehr alter Zeit als Vater bezeichnet worden sein. Es fragt sich nur, welche Bedeutung(en) man damit verband. Ich wäre dankbar, wenn mir jemand eine Untersuchung zu dieser Gottesbezeichnung und ihrer Grundbedeutung sowie ihrer Konnotationen nennen könnte.


C. C. Aronsfeld, Harrow, England, hat zum „Kostbaren Brief von Leo Baeck“ (FrRu6[1999]172-174) Klarheit gebracht:

Dieser Aufruf Leo Baecks in Form eines Briefs an die ihm offen stehenden Zeitungen ist keineswegs unbekannt. Ich habe den Brief vor sehr langer Zeit gelesen. Ich hob ihn auf und habe ihn dann dem Londoner Leo Baeck Institute übergeben, wo er sicherlich ebenfalls bekannt war. Er ist als Aufruf „Endet das Schweigen!“ in der Zeitung des „Central-Verein Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens“ (XI[1932] Seite 1) erschienen. (Quelle: Studies in Bibliography and Booklore, Vol. 1, June 1954, No. 3: „The Writings of Leo Baeck“. Cincinnati, Ohio. Published by the Library of Hebrew Union College: Jewish Institute of Religion. Nr. 160a, page 123.) Vielleicht wurde der Brief auch in der Zionistischen Jüdischen Rundschau veröffentlicht. Die zwei Zeitungen sind, soviel ich weiß, in der Kölner Germania Judaica vorhanden. Ich habe den Brief in meinen (englischen) Erinnerungen „Wanderer from my Birth“ (London 1987) ausführlich zitiert. Dort habe ich allerdings das Jahr 1931 angegeben. Baecks Warnung fand kaum mehr Aufmerksamkeit als die eindringlichen Worte des in jener Zeit nicht weniger berühmten jüngeren Rabbiners Joachim Prinz, den ich ebenfalls zitiere. Darf ich bei dieser Gelegenheit zwei Ungenauigkeiten berichtigen? Leo Baeck wurde in Lissa in der damals preußischen Provinz Posen geboren. Er starb in London am 2. November 1956 (manche behaupten am 1. November).


Jahrgang 6/1999 Seite 318



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