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Deutscher KoordinierungsRat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (Hg.)

Räumt die Steine hinweg ... Jes 62.

Themenheft 1997. Idstein 1997. 120 Seiten.

„Wie Menschen zu Pontifices, zu Brückenbauern werden“, könnte man als Überschrift setzen. Ansprechend präsentiert sind in 10 Kapiteln Berichte aus und über Israel, über das deutsch-israelische Verhältnis, die Beziehung Juden – Christen. Manche Texte sind mit z. T. Betroffenheit und Nachdenklichkeit auslösenden Bildern unterlegt (z. B. Hamas-Kämpfer mit Messer und Koran, 9; ein israelischer Soldat gibt einem gefangenen Palästinenserjungen Wasser zu trinken, 30). Auch die persönlichen Bemerkungen des ehemaligen deutschen Botschafters in Israel rühren den Lesenden an. Ein zweiter Hauptteil des Themenheftes befaßt sich mit der Auslegung und Wirkung des Jesajawortes in Exegese, Predigt, Lyrik, Kunst und Literatur (Kap. IV, VI). Ein Gedicht von Mascha Kaléko nimmt das verdichtete Wort von Nelly Sachs auf und wirkt in unsere Zeit geradezu prophetisch hinein. Die Beziehung der Exegese und der Predigt zum aktuellen Steinewegräumen aus Anlaß des Falles der Berliner Mauer macht die radikale Botschaft des Propheten für uns aktuell und schärft die Gewissen. Ein dritter Themenbereich beschäftigt sich mit der „Goldhagen-Debatte“ und führt an das schwierige Geschäft des harten Erinnerns und der immer noch zu leistenden Trauerarbeit nach der Schoa heran — nichts Neues, aber immer noch schwer genug, die inneren Steine wegzuräumen und in der Erinnerung Erlösung und die Nähe Gottes zu finden, um so Gott zu loben. In einem mit einem Auszug aus dem Mythos des Sisyphos endenden letzten Teil sind in den Kapiteln VII, VIII und IX Erfahrungen und Impulse versammelt, die Hoffnung ausstrahlen.

Das Themenheft 1997 läßt sich m. E. sehr gut in den Fächern Religion, Ethik, Philosophie, Gemeinschaftskunde oder im Deutschunterricht erarbeiten, auch ein Einsatz in der Erwachsenenbildung ist denkbar. Dem Heft ist außerhalb der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Schulen, Bildungseinrichtungen und Kirchengemeinden eine möglichst große Verbreitung zu wünschen, denn „Steine des Anstoßes“ und zum Wegräumen gibt es genügend.

Wilhelm Schwendemann


Jahrgang 5/1998 Seite 131



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