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Die Kirche von Frankreich bittet Gott und das jüdische Volk um Vergebung

Drancy, das ehemalige Internierungslager, von dem aus ungefähr 54 000 Juden in die KZ verschickt wurden, bildete den äußeren Rahmen für das offizielle, öffentliche Schuldbekenntnis der Kirche in Frankreich, formuliert von der französischen Bischofskonferenz und verlesen am 30. September 1997 von Bischof Olivier de Derranger, in dessen Diözese Drancy liegt (vgl. FrRu NF 1/1998, 76). Das Schuldbekenntnis bringt die Mitschuld der katholischen Kirche zum Ausdruck. Auslöser für das Morden an der jüdischen Bevölkerung in Frankreich waren die am 3. Oktober 1940 von der Vichy-Regierung erlassenen ersten antijüdischen Gesetze. Henri Hajdenberg, Vorsitzender der jüdischen Institutionen Frankreichs, nannte das kirchliche Schuldbekenntnis „einen wichtigen Akt“. Über die Pflicht zur Erinnerung hinaus geschehe Opfern und Angehörigen dadurch Gerechtigkeit.

Das schreckliche Ereignis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Vernichtung des jüdischen Volkes durch die Nazis, stellt dem Gewissen unbezweifelbare Fragen, denen sich niemand entziehen kann. Die katholische Kirche, weit davon entfernt, sich auf das Vergessen zu berufen, weiß, daß sich das Gewissen durch Erinnern bildet und daß weder eine Gesellschaft noch der einzelne mit einer verdrängten oder verleugneten Vergangenheit im Frieden mit sich leben kann. Die Kirche von Frankreich erforscht ihr Gewissen. Wie die anderen Kirchen ist sie dazu von Papst Johannes Paul II. an der Schwelle zum dritten Jahrtausend eingeladen mit den Worten: „Es ist gut, wenn die Kirche diesen Schritt im klaren Bewußtsein des Erlebten tut. Das Versagen von gestern einzugestehen, bedeutet einen Akt der Loyalität und des Mutes, der uns hilft, unseren Glauben zu stärken, die Versuchungen und die Schwierigkeiten von heute zu erkennen, und der uns darauf vorbereitet, uns mit ihnen auseinanderzusetzen.“1

Cardinal Lustige und Oberrabbiner Sitruck

Erzbischof Jean-Marie Lustiger, Paris, und der
Oberrabbiner von Frankreich, Joseph Sitruck, in
Drancy am 30. September 1997. Foto: dpa

Nach der Feier des 50. Jahrestags der Erklärung von Seelisberg (am 5. August 1947), eines kleinen Dorfs in der Schweiz, wo kurz nach dem Krieg Juden und Christen die Wegmarken abgesteckt haben für eine neue Sichtweise des Judentums, wollen die hier unterzeichneten französischen Bischöfe im Hinblick darauf, daß sich in ihren Diözesen Internierungslager befanden, und aus Anlaß des kommenden Jahrestags der ersten Sonderbestimmungen für Juden, die die damalige Regierung des Marschall Pétain (am 3. Oktober 1940) erließ, einen neuen Schritt tun. Sie tun das, um den Anforderungen ihres Gewissens, das Christus erleuchtet hat, gerecht zu werden. Für die Kirche ist die Zeit gekommen, ihre eigene Geschichte, besonders während jener Epoche, einem kritischen Urteil zu unterziehen, ohne Zögern die begangenen Verfehlungen anzuerkennen und Gott und die Menschen um Vergebung zu bitten. In Frankreich hat die gewaltsame Verfolgung (der Juden) nicht sofort eingesetzt. Aber schon in den ersten Monaten nach der Niederlage von 1940 wütete von seiten des Staates, in Anwendung von Sonderbestimmungen durch Maßnahmen, die den gesamten Staatsapparat einbezogen, ein Antisemitismus, der die französischen Juden ihrer (staatsbürgerlichen) Rechte und die ausländischen Juden ihrer Freiheit beraubte. Im Februar 1941 befanden sich ungefähr 40 000 Juden in französischen Internierungslagern. Zu einem Zeitpunkt, da das Land teilweise besetzt, besiegt und unterworfen dalag, betrachtete es die Hierarchie als ihre vordringliche Pflicht, ihre Gläubigen zu beschützen und wenigstens den Betrieb ihrer Einrichtungen zu sichern. Diese absolute Priorität, die diesen an sich legitimen Aufgaben eingeräumt wurde, hatte unglücklicherweise zur Folge, daß sich die biblische Aufforderung nach Achtung jedes nach dem Bild Gottes geschaffenen Menschen verdunkelte. Zu diesem Zurückweichen auf eine eingeengte Sicht der Sendung der Kirche kam von seiten der Hierarchie noch ein Mangel an Verständnis für das ungeheure weltweite Drama hinzu, das die Zukunft des Christentums selbst bedrohte. Dabei war unter den Gläubigen und bei vielen Nichtkatholiken die Erwartung groß, daß die Kirche ihre Stimme erhebt und inmitten der Verwirrung der Geister die Botschaft von Jesus Christus in Erinnerung bringt. In der Mehrzahl verharrten die geistlichen Autoritäten, befangen in einer Loyalität und Folgsamkeit weit über den traditionellen Gehorsam gegenüber der staatlichen Obrigkeit hinaus, in einer Haltung von Konformität, Klugheit und Zurückhaltung, die teilweise auch der Angst vor Repressalien gegen die Aktivitäten und die Organisationen der katholischen Jugend entsprang. Die geistlichen Autoritäten hatten keine Vorstellung von der Tatsache, daß die Kirche dazu bestimmt ist, eine helfende Rolle in einem auseinanderfallenden Sozialgefüge zu übernehmen. Sie hatten nicht begriffen, daß die Kirche, wenn sie sich mit ihrer beträchtlichen Macht und ihrem Einfluß, angesichts des Schweigens der anderen Institutionen vernehmlich zu Wort gemeldet hätte, einen Schutzwall hätte bilden können gegen den Einbruch des Nichtwiedergutzumachenden. Man muß sich daran erinnern: Zur Zeit der Besetzung wurde das wahre Ausmaß des hitlerischen Genozids noch nicht bekannt. Wenngleich eine Überfülle an Zeichen der Solidarität angeführt werden kann, so muß man sich doch fragen, ob bloße Zeichen der Nächstenliebe und gegenseitiger Hilfe genügen, um den Erfordernissen der Gerechtigkeit und der Achtung vor den Rechten des Menschen zu entsprechen. Angesichts der antisemitischen Gesetzgebung durch die französische Regierung, beginnend mit den Judenstatuten vom Oktober 1940 und Juni 1941, die eine bestimmte Gruppe von Franzosen ihrer bürgerlichen Rechte beraubten, sie bloßstellten und zu Menschen zweiter Klasse innerhalb des Volkskörpers machten, angesichts von Internierungsbestimmungen in den Lagern ausländischer Juden, die geglaubt hatten, auf das Asylrecht und auf die Gastfreundschaft Frankreichs zählen zu können, muß festgestellt werden, daß die französischen Bischöfe sich zu den Vorgängen nicht öffentlich geäußert haben, hingegen durch ihr Schweigen diese flagranten Verletzungen der Menschenrechte in Kauf genommen und einem mörderischen Tun freien Lauf gelassen haben.

Wir haben uns nicht zu Richtern von Menschen und Gewissen jener Zeit zu erheben. Wir sind nicht selbst schuldig an dem, was gestern geschehen ist, aber wir müssen die Tragweite und die Taten in Betracht ziehen. Unsere Kirche ist betroffen und wir sind verpflichtet, heute objektiv festzustellen, daß kirchliche Interessen, die in einer exzessiven und restriktiven Art und Weise gehandhabt wurden, sich über die Gebote des Gewissens hinweggesetzt haben. Wir müssen uns fragen, warum das geschah. Über die erwähnten historischen Sachverhalte hinaus, haben wir besonders nach den religiösen Gründen dieser Blindheit zu fragen. Welchen Einfluß hatte der weltliche Antijudaismus? Warum hat die Kirche in der Debatte, von der wir wissen, daß sie geführt wurde, nicht auf die Stimme ihrer Einsichtigen gehört? Vor dem Krieg hat Jacques Maritain sich mehrmals in Beiträgen und Konferenzen bemüht, die Christen für eine andere Einschätzung des jüdischen Volkes zu öffnen. Maritain warnte die Christen mit aller Kraft vor dem perversen Antisemitismus, der sich breitmachte. Am Vorabend des Krieges hat Msgr. Saliège den Katholiken des 20. Jahrhunderts ans Herz gelegt, das Licht der Erleuchtung mehr in den Verlautbarungen Pius XI. zu suchen als im Edikt Innozenz III. aus dem 13. Jahrhundert. Während des Krieges haben Theologen und Exegeten in Lyon und Paris in prophetischer Weise die jüdischen Wurzeln des Christentums herausgearbeitet und nachdrücklich betont, daß der Stamm Jesse in Israel aufgeblüht war, daß die beiden Testamente unzertrennlich zusammengehören, daß die Jungfrau Maria, Christus und die Apostel Juden waren und daß das Christentum mit dem Judentum verbunden ist wie der Zweig mit dem Stamm, der ihn hervorgebracht hat. Warum wurden solche Worte so wenig gehört?

Gewiß, im Bereich der Dogmatik hat sich die Kirche fundamental dem Rassismus widersetzt aus sowohl theologischen wie geistlichen Gründen, wie sie Pius XI. deutlich in der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ dargelegt hatte. Diese Enzyklika verurteilt die Grundsätze des Nationalsozialismus und ruft die Christen zur Wachsamkeit auf gegenüber den Gefahren des Mythos von der Rasse und der Allmacht des Staates. Seit 1928 hat das Hl. Offizium den Antisemitismus verurteilt. 1938 hat Pius XI. nachdrücklich erklärthaben gegenüber antijüdischen Stereotypen, die fortwährend wieder-holt wurden und deren Spur wir selbst nach 1942 noch in ansonsten mutigen Erklärungen finden?

An erster Stelle ist es notwendig, die Rolle antijüdischer : „Im geistigen Sinn sind wir Semiten.“ Aber welches Gewicht konnten solche Verurteilungen, konnten die Geisteshaltungen von einigen Theologen auf hoher Warte Gemeinplätze zuzugeben, die — wenn nicht direkt, so doch indirekt — im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung, die bis zur Schoa führte, schuldhaft im christlichen Volk kursierten. In der Tat, trotz — und teilweise wegen — der jüdischen Wurzeln des Christentums, und wegen der Treue des jüdischen Volkes, den einzigen Gott durch seine Geschichte zu bezeugen, führte die in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts aufgekommene „anfängliche Trennung“ zur Scheidung, zu Animosität und zu einer jahrhundertelangen Feindschaft zwischen Christen und Juden. Ohne anderweitig das Gewicht der sozialen, politischen, kulturellen und ökonomischen Gegebenheiten auf dem langen Weg von Unverständnis und oft Zwietracht zwischen Juden und Christen zu leugnen, liegt ein wesentliches Fundament der Auseinandersetzung auf der religiösen Ebene. Das berechtigt freilich nicht, eine direkte Linie von der Ursache zur Wirkung zu ziehen, d. h. von den antijüdischen Gemeinplätzen zur Schoa, denn der nazistische Plan der Vernichtung des jüdischen Volkes entstammte anderen Quellen. Die lange Tradition des Antijudaismus auf verschiedenen Ebenen der christlichen Lehre, sei es in der Theologie oder der Apologetik, in der Predigt oder in der Liturgie, ist eine historisch gut belegte Tatsache, die durch Jahrhunderte im christlichen Volk vorherrschte — bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Auf diesem Nährboden hat die giftige Pflanze des Judenhasses geblüht. Von hier aus resultiert ein lastendes Erbe mit schwer auszulöschenden Folgen bis in unser Jahrhundert hinein. Von hierher rühren die noch immer offenen Wunden. In dem Maß, wie die Hirten und Verantwortlichen der Kirche zugelassen haben, daß sich eine so lang andauernde Erziehung zur Verachtung entwickeln konnte und daß in den christlichen Gemeinden sich ein allgemeiner Grundbestand religiöser Kultur bildete, der die Mentalität nachhaltig prägte und verformte, tragen sie eine schwere Verantwortung. Selbst wenn sie die antisemitischen Theorien samt ihrem heidnischen Ursprung verurteilten, haben sie es — so kann man es sehen — dennoch versäumt, die Herzen ihrer Anbefohlenen so zu erleuchten, wie sie es hätten tun sollen, denn sie haben nicht die Ursache dieses heidnischen Gedankenguts und dieser jahrhundertealten Praktiken aufgezeigt. Als der kriminelle nationalsozialistische Antisemitismus, ein teuflischer und totaler Judenhaß, gegründet auf die Lehre von Rasse und Blut, aufbrach, offen die physische Auslöschung des jüdischen Volkes anzielte und nach den Worten von Papst Johannes Paul II. „eine bedingungslose Vernichtung zielstrebig ins Werk gesetzt“ hatte, waren die Gewissen oft eingeschläfert und ihre Widerstandskraft geschwächt. Später, als die Verfolgung schlimmer wurde und die Politik des Genozids durch das Dritte Reich auf das französische Gebiet übergriff, unterstützt durch die Vichy-Regierung, die ihre Polizeikräfte der deutschen Besatzungsmacht zur Verfügung stellte, haben einige mutige Bischöfe2 ihre Stimme erhoben und in aller Öffentlichkeit im Namen der Menschenrechte gegen den Abtransport der jüdischen Bevölkerung protestiert. Diese öffentlichen Stimmen, wenn auch gering an Zahl, wurden von vielen Christen gehört. Man wird die zahlreichen Demarchen nicht vergessen, die von kirchlichen Behörden unternommen wurden, um Männer, Frauen und Kinder aus der Todesgefahr zu retten. Man wird auch den Strom der christlichen Nächstenliebe nicht vergessen, der sich an der Basis mit vielfältigem Großmut und unter größten Gefahren ausbreitete, um tausende und abertausende Juden zu retten. Schon lange vor diesen Interventionen haben Ordensleute, Priester und Laien ohne zu zögern von sich aus den heimlichen Weg gewählt und die Ehre der Kirche gerettet, oftmals auf diskrete und anonyme Weise. Sie haben dies besonders durch die „Cahiers du Témoignage chrétien“ (Hefte für christliches Zeugnis) getan, indem sie wirkungsvoll das Nazigift entlarvten, das die Seelen mit seinem neuheidnischen, rassistischen und antisemitischen Haß bedrohte, wobei sie bei jeder Gelegenheit an das Wort von Pius XI. erinnerten: „Im geistigen Sinn sind wir Semiten.“ Es ist eine historisch gesicherte Tatsache, daß dank der Rettungsaktionen, die von tausenden Katholiken wie auch von der protestantischen Welt und von jüdischen Organisationen unternommen wurden, das Überleben einer großen Zahl von Juden gesichert werden konnte.

Wenn auch unter den Christen, Klerikern, Ordensleuten und Laien die mutigen Taten der Hilfe nicht gefehlt haben, um Menschen zu verteidigen, müssen wir nichtsdestotrotz zugeben, daß die Gleichgültigkeit die Empörung weit überwog und angesichts der Verfolgung der Juden, speziell bei den vielfältigen antijüdischen Maßnahmen durch die Vichy-Regierung, das Schweigen die Regel war und Worte zugunsten der Opfer die Ausnahme blieben. Deshalb fällt die Verantwortung, wie François Mauriac geschrieben hat, „für ein Verbrechen von diesem Ausmaß zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf alle Zeugen zurück, da sie nicht geschrien haben, welche Gründe auch immer sie für ihr Schweigen gehabt haben“.3 In Folge davon ist die versuchte Ausrottung des jüdischen Volkes, anstatt eine zentrale Frage auf dem Gebiet des humanen und des geistigen Lebens zu sein, ein zweitrangiges Thema geblieben. Angesichts des vollen Umfangs des Dramas und der Ungeheuerlichkeit des Verbrechens, haben zu viele Hirten der Kirche durch ihr Schweigen die Kirche selbst und ihre Aufgabe beschädigt.

Heute bekennen wir, daß dieses Schweigen eine Verfehlung war. Wir bekennen auch, daß die Kirche Frankreichs in ihrer Aufgabe, die Gewissen zu bilden, sich verfehlt hat, und daß die Kirche deshalb, zusammen mit dem christlichen Volk, die Verantwortung dafür trägt, nicht vom ersten Augenblick an Hilfe geleistet zu haben, als Protest und Schutzgewährung noch möglich und notwendig waren, selbst wenn es später auch zahlreiche mutige Taten gegeben hat. Dies ist der Sachverhalt, den wir heute anerkennen. Dieses Versagen der Kirche von Frankreich und ihrer Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk sind Bestandteil ihrer Geschichte. Wir bekennen diese Schuld. Wir erflehen die Vergebung von Gott und wir bitten das jüdische Volk, diese Worte der Reue zu hören. Dieser Akt des Erinnerns gemahnt uns an unsere vermehrte Wachsamkeit für den Menschen in Gegenwart und Zukunft.

Die unterzeichnenden Bischöfe (in ihren Diözesen befanden sich Internierungslager):
Msgr. de Berranger (Saint-Denis-en-France), Msgr. Thonìazeau (Beauvais), Msgr. Picandet (Orléans), Msgr. Orchampt (Angers), Msgr. Rouet (Poitiers), Kardinal Eyt (Bordeaux), Msgr. Molères (Bayonne), Msgr. Marcus (Toulouse), Msgr. Fort (Perpignan), Msgr. Ricard (Montpellier), Msgr. Panafieu (Marseille), Msgr. Billé (Aix-en-Provence), Msgr. Balland (Lyon), Msgr. de Monléon (Pamiers), Msgr. Meindre (Albi), Msgr. Soulier (Limoges). Msgr. Poulain (Périgueux), Präsident des Bischöflichen Komitees für die Beziehungen zu den Juden.

Die Bischöfe von lle-de-France schließen sich den Unterzeichnern an: Kardinal Lustiger und seine Weihbischöfe Msgr. Aumônier, Msgr. di Falco, Msgr. d‘Ornellas, Msgr. Pollien, Msgr. Vingt-Trois (Paris); P Gueudet (Créteil), Msgr. Favreau (Nanterre), Msgr. Herbulot (Évey), Msgr. Cornet (Meaux), Msgr. Jordan (Pontoise), Msgr. Thomas (Versailles), Msgr. Dubost (diocèse aux armées).

  1. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben „Tertio Millennio Adveniente“ S 33 (La Documentation Catholique Nr. 2 105, 4. Dez. 1994, S. 1025).
  2. Fünf Erzbischöfe und Bischöfe der Südzone haben 1942 protestiert gegen die Menschenrechtsverletzungen, die bei den Abtransporten geschahen: Msgr. Saliège, Erzbischof von Toulouse, Msgr. Théas, Bischof von Montauban, Kardinal Gerlier, Erzbischof von Lyon, Msgr. Moussaron, Erzbischof von Albi, und Msgr. Delay, Bischof von Marseille. In der Besatzungszone veröffentlichte Msgr. Vansteenberghe, Bischof von Bayonne, einen Protest auf der Titelseite des Diözesanblatts am 20.9.1942.
  3. Vorwort von François Mauriac zu einem Werk von Léon Poliakov, Brevier des Hasses, 1951, S. 3.
    Der deutsche und der polnische Episkopat haben eine Erklärung abgegeben über die Haltung der Kirche während des Krieges aus Anlaß des 50. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz (DC Nr. 2110, S. 188-191). (Anm. d. Red.: vgl. FrRu NF 2/1995, 169 ff.) Die Gesetzgebung der Vichy-Regierung und besonders die Statuten von 1940 und 1941 finden sich in der Publikation „Les juifs sous l‘occupation. Recueil des textes officiels français et allemands, 1940/1944“, wiederherausgegeben durch die Association „Les fils et les filles des déportés juifs des France/FFDJF“ (1982), ebenso im Werk von Michael R. Marrus und Robert O. Paxton, Vichy et les juifs, Calmann-Lévy, 1981. Die hauptsächlichen Passagen über die Stellung des Protestantismus finden sich in „Spiritualité, Théologie et Résistance“, Presses Universitaires de Grenoble, 1987, S. 151-182.

Übersetzung aus dem Französischen von Alwin Renker.


Jahrgang 5/1998 Seite 90



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