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Leser-Echo

Elfriede Rothgang, Ludwigshafen, schreibt zu FrRu NF 3/1997:

Als Religionslehrerin i. R. halte ich Beiträge wie Juden und Judentum im neuen Katechismus der katholischen Kirche‘ und ,Teshuva‘ für unbedingt notwendig. Das Christentum, und besonders die katholische Kirche in ihren Vertretern, kann ja nur durch solche Erkenntnisse zu einer neuen Identität finden.

Else Levi-Mühsam, Jerusalem, schreibt zu FrRu NF 2/1997:

Ihre Arbeit über Heinrich Heine hat mich ganz besonders gefesselt. Dann, in anderer Weise, der Aufsatz über das mittelalterliche Tanzhaus. Ich fühle mich fast zu Hause in der Wormser Judengasse, in der viele meiner Vorfahren väterlicherseits im 16. Jh. als Ärzte und Schriftsteller gelebt haben.

Otto Erich Kress, Breganzona, schreibt zu Clemens Thoma „Heinrich Heine - Streiter für Freiheit und Umkehr der Juden und der Christen“ (FrRu NF 2/1997, 81-89):

Den Aufsatz habe ich mit großem Gewinn gelesen. In den vielen Vorträgen und Diskussionen um Heines facettenreiches Werk kam der Durchblick auf seine Bedeutung für ein ressentimentfreies Verhältnis zwischen Deutschen und Juden oft zu kurz. Dürfen wir uns wundern, wenn immer wieder die antisemitischen Feuerchen flackern? Ich argwöhne, daß ohne eine prinzipielle Zuwendung aller großen gesellschaftlichen Gruppen und Kräfte ein Durchbruch der Mentalität des Verschweigens und Verdrängens nicht gelingen kann.

Silvia Käppeli, Wettswil, schreibt zu Eva Auf der Mauer ,Jüdisch‘ - Auszeichnung, oder was?“ (FrRu NF 2/1997, 90-91):

Wie Sie habe ich mich auch schon gefragt, weshalb jüdische Herkunft hervorgehoben wird. Mir fallen zwei Möglichkeiten dazu ein: Einerseits meint jeweils das Etikett ,jüdisch‘ eine linkische, aber ehrlich gemeinte Anerkennung der großartigen Beiträge von Juden zur westlichen Kultur. Andererseits erkenne ich es als Gegenstück zu jener Hemmung von Nichtjuden, das Wort ,Jude/Jüdin‘ in den Mund zu nehmen. Es geht gleichzeitig um eine Tabuisierung und Enttabuisierung des magisch besetzten Gegenstandes.

Wolfgang Haas, Bischof von Chur, schreibt:

In der von Ihnen redigierten Publikation „Freiburger Rundbrief“ (Neue Folge, 4. Jahrgang, 1997, Nr. 2, S. 114) wird offenbar behauptet, daß der Bischof von Chur anläßlich einer Sitzung der Schweizer Bischofskonferenz (3. Dezember 1996 in St. Maurice) geäußert habe: „Das Alte Testament ist abgeschafft. Wir leben im Neuen!“. In dieser angeblich von mir stammenden Äußerung will Herr Prof. Clemens Thoma ein häretisches d. h. markionitisches Stereotyp erkennen. Auf diesem Hintergrund hat man inzwischen verschiedentlich versucht, mich einer judentumskritischen oder gar in Richtung Antisemitismus deutenden Haltung zu bezichtigen. Solches kommt einer Rufschädigung gleich, die offenbar gewollt ist. Ihre Publikation war diesbezüglich ein Ausgangspunkt.

Wie im genehmigten Protokoll der oben erwähnten Sitzung der Schweizer Bischofskonferenz festgehalten wird, habe ich im Zusammenhang mit einer internen Diskussion betreffend die Einführung eines „Dies Iudaicus“ lediglich darauf hingewiesen, daß wir Christen uns auf den Neuen Bund konzentrieren sollen. Dieser kann nicht einfach als Zweiter Bund benannt werden, da es sich ja um den endgültigen Bund Gottes mit den Menschen handelt. Freilich wurzelt der Neue Bund heilsgeschichtlich im Alten Bund, was ich problemlos erkenne und bekenne. In keiner Weise habe ich bezüglich der Bibel von einer Abschaffung des Alten Testamentes gesprochen. Für mich ist dieses selbstverständlich ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Übrigens möchte ich auch aus ganz persönlicher Lebenserfahrung und vom christlichen Glauben her sagen, daß ich dem jüdischen Volk stets meine ganze Wertschätzung und Liebe entgegenbringe. — So erwarte ich, daß die besagte Unterstellung korrigiert wird. Darauf habe ich um der Wahrheit willen einen Anspruch.


Jahrgang 4/1997



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