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Rothenbühler, Heinz

Abraham Inkognito

Einführung in das althebräische Denken. Heinz Rothenbühler, Allmend 49, CH-6023 Rothenburg, 1995.

In diesem Bändchen hat der emeritierte Pfarrer von Luzern seine Kurse und Vorträge zusammengefaßt.

Wie dachten die alten Hebräer? Sie lebten als Wanderhirten (55) und waren nicht auf das Anlegen von Vorräten bedacht. Ihr ,Vorrat‘ war die lebendige Herde, lief vierbeinig hinter ihnen her und erneuerte sich selber (do.).

Der Autor betrachtet die Schöpfungsgeschichte von seiner Warte aus und läßt sich gerne immer wieder von dem Text überraschen.

In einem Vergleich zwischen hebräischem und indischem Denken weist der Autor auf die geographischen Gegebenheiten: Hebräisches Denken setzt Wüste voraus: Einsamkeit, Eintönigkeit, Gleichförmigkeit. Indisches Denken setzt Dschungel voraus: verwirrende Fülle, üppige Mannigfaltigkeit von Pflanzen, Tieren, Gerüchen, Stimmen (50).

Mit den Hebräern ist der Autor unterwegs, teilt das Leben der Wanderhirten, um sich in ihre Sprache und ihr Denken einzufühlen.

Es ist beeindruckend, wie er mit weiterführenden Fragen versucht, den Leser auf seinem Weg mitzunehmen.

Dieses Buch eignet sich für das Gespräch über die Bibel in der Gemeinde. Es bietet überraschende Aspekte, denn Heinz Rothenbühler hat die gute Eigenschaft, die Wirklichkeit von einer anderen Seite zu betrachten als der ,gewöhnliche‘ Beobachter, und wer dies kann, sieht mehr und oft anderes als die anderen.

Ob Rothenbühler mit seinen Interpretationen immer recht hat? Z. B. bedeutet das Wort Schad Mutterbrust, und so versteht er den Titel El Schaddai als Gott der Mutterbrüste. Die LXX übersetzt bekanntlich mit pantokrator — von SCHADAD stark, mächtig sein.

Rothenbühler hat zum Gespräch eingeladen. Versuchen wir, das hebräische Denken unter dem griechischen Text wieder neu zu entdecken.

Go Verburg


Jahrgang 3/1996 Seite 133



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