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In memoriam

Helmut Gollwitzer

Prof. Helmut GollwitzerDer kämpferische evangelische Theologieprofessor Dr. Helmut Gollwitzer ist am 17. Oktober 1993 im Alter von 84 Jahren in Berlin gestorben. Gollwitzer war in der Nazizeit Mitglied der Bekennenden Kirche. Er prangerte öffentlich die Judenverfolgung an und wurde deshalb mehrmals verhaftet. Nach dem Kriegsende setzte er sich ebenso engagiert für den Dialog zwischen Christen und Juden ein. Politisch protestierte er gegen die Wiederbewaffnung, die Nachrüstung und den Beitritt Deutschlands zur NATO. Ein solch unbequemer Mensch eckte natürlich auch in seiner Kirche an, vor allem mit dem Bestreben, Christentum und Sozialismus als miteinander vereinbar anzusehen. Er sympathisierte mit der 68er Bewegung, forderte Verständnis für die Terrorister der Baader-Meinhof-Gruppe. Dennoch lehnte er Gewalt entschieden ab. Zusammen mit Bischof Kurt Scharf, Pfarrer Heinrich Albertz und den Schriftsteller Heinrich Böll appellierte er an die Entführer von Hann Martin Schleyer für dessen Freilassung. Hans-Jochen Vogel, damals Vorsitzender der SPD, bezeichnete Gollwitzer anläßlich seines 80. Geburtstags als „Brückenbauer in Konflikten“ und bezeugte seinen Respekt vor der menschlichen und politischen Glaubwürdigkeit Gollwitzers.

Red


Jahrgang 1 / 1993/94 Seite 153