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Daniel Krochmalnik

Das höchste Gericht

Neujahr 5776

Auch religiös gleichgültige Juden gehen an den beiden Neujahrstagen und am Versöhnungstag1  in die Synagoge. Diese sogenannten „Dreitagejuden“ feiern freilich vor allem das Wiedersehen mit alten Bekannten und verkennen oft den Ernst der Lage. An diesen Tagen stehen sie nämlich vor dem höchsten Gericht, das Urteil wird über sie gesprochen und protokolliert. Darum lautet der Neujahrswunsch:

„Zu einem guten Jahr mögest Du [im Buch des Lebens] eingeschrieben sein“ (LeSchana Towa Tikatew).

Das Tragen des Leichengewandes und das Blasen des Widderhorns (Schofar)2 mit seinen markerschütternden Stoß-, Seufz- und Schluchztönen im Gottesdienst sollen aus dem Gewissensschlaf wecken und zur Umkehr bewegen. Damit sich die richtige Gefühlslage einstellt, äußern wir im stillen Gebet eine seltsame Bitte – eine Bitte um Angst:

„So gib doch die Furcht vor Dir, Herr, unser Gott, auf alle Deine Werke; und die Angst vor Dir über alles, was Du geschaffen hast.“

Die Neujahrstage sind nur der Auftakt einer mehr als dreiwöchigen „Gewissenskur“, zunächst der sogenannten Furchtbaren Tage (jamim ha-noraim)3, in denen der Sünder Aufschub erhält und durch eifriges Bekennen und Vergebungsbitten das schlimme Urteil noch abwenden kann. Der Versöhnungstag bildet den Höhepunkt dieser Buß- und Betzeit,4 an ihm wird das Urteil endgültig besiegelt, daher auch die gängige Wunschformel:

„Es möge zum Guten besiegelt werden“ (Gmar Chatima Towa).

Vor dem himmlischen Torschluss sagen die Beter – buchstäblich herzklopfend – zehnmal das kleine und große Sündenalphabet auf und berufen sich immer wieder auf die Dreizehn Eigenschaften der göttlichen Gnade5 (vgl. Ex 34,6–7), die auch bei dem größten anzunehmenden Sündenfall, dem vom Goldenen Kalb (Ex 32,1–35), geholfen haben.

Erst nach dieser anstrengenden Fastenzeit beginnt unter dem Vollmond die fröhliche Festzeit in den Laubhütten, die eine entfernte Ähnlichkeit mit den ausgelassenen bürgerlichen Neujahrfeiern hat. Wer aus diesem dreiwöchigenWechselbad der Gefühle steigt, geht geläutert und schuldenfrei ins neue Jahr.

Die Macht des Tages

Im Gebetbuch für Neujahr stehen die schönsten und erhabensten Hymnen der jüdischen Liturgie, aber keiner reicht an den Hymnus: U-netane Tokef („Wir wollen die Macht schildern“) heran. Er wird als letzte poetische Einschaltung vor dem Dreimalheilig (Qeduscha) des Zusatzgebetes (Mussaf) angestimmt. Die Legende schreibt ihn einem gewissen Rabbi Amnon von Mainz aus dem 11. Jh. zu. Dieser Hofjude soll die Bekehrungsversuche des Bischofs von Mainz nicht entschieden genug abgewehrt und sich stattdessen drei Tage Bedenkzeit ausgebeten haben:

„Als der dritte Tag kam, schickte der Bischof nach Rabbi Amnon, er solle ihm seine Antwort mitteilen – aber Rabbi Amnon kam nicht. Da ließ ihn der Bischof mit Gewalt zu sich bringen und fragte ihn: ‚Warum bist du nicht gekommen, wo ich doch drei Mal nach dir geschickt habe? Und wo bleibt deine Antwort, die du mir versprochen hast?‘ Da sagte ihm Rabbi Amnon: ‚Meine Zunge, die diese sündigen Worte sprach, soll abgeschnitten werden.‘

Da antwortete der Bischof: ‚Das ist zu wenig! Denn die Füße, die den Weg zu mir nicht gekommen sind, müssen auch abgehackt werden. Ebenso sollen deine übrigen Glieder bestraft werden.‘ So ließ er ihm seine Hände und Füße abschneiden und befahl, ihn auf eine Trage zu legen und neben ihn seine Gliedmaßen.

Als nun kurz darauf Rosch HaSchana begann, bat Rabbi Amnon, man solle ihn mit der Trage in die Synagoge bringen und ihn dort neben den Vorbeter stellen. Als dieser zur Qeduscha des Mussaf6 gelangte, sprach der Gerechte zum Vorbeter: ‚Wartet, ich will den Namen Gottes heiligen, bevor ich sterbe‘ – und er sprach das U-netane Tokef:“

Wir wollen von der mächtigen Heiligkeit dieses Tages etwas erzählen: Er ist furchtbar und schrecklich. An ihm wird sich Dein Reich erheben, Dein Gnadenthron gegründet werden, und Du wirst dann beständig darauf sitzen. Wahr ist’s, Du bist Richter und Entscheider, Zuschauer und Zeuge, Schreiber und Besiegler, Buchhalter und Rechnungsführer!

Du erinnerst Dich aller längst vergessenen Dinge! Das Buch der Geschichte wird eröffnet – die Begebenheiten lesen sich selbst heraus, und jede That ist mit des Thäters eigener Hand unterschrieben.

Da wird in das große Schophar geblasen; ein dumpfes Geräusch wird vernommen, die Engel gerathen in bebende Eilfertigkeit, sie ergreift Schrecken und Zittern! Dann rufen sie: „Siehe, es ist der Tag des Gerichts, um heimzusuchen das ganze Heer des Himmels im Gericht!“ Denn sie sind nicht rein vor Dir im Gericht.

Alles, was in die Welt eintreten soll, wird Dir heute gleich einer Herde Schafe vorgeführt, und wie der Hirt seine Herde unter dem Hirtenstab mustert, so musterst Du, nimmst auf, zählst, befielst Seelen für jedes lebende Geschöpf, bestimmst die Lebensfrist eines jeden und schreibst dessen Verhängnis nieder.

Am Rosch-ha-Schanah wird es niedergeschrieben, und am Jom Kippur wird es besiegelt, wie Viele dahinscheiden sollen und wie Viele ins Leben treten; wer leben und wer sterben, wer des Lebens Ziel erreichen und wer es nicht erreichen soll; wer durch Feuer und wer durch Wasser, wer durch Krieg und wer durch Hungersnoth, wer durch Ungewitter und wer durch Pest umkommen soll; wer ansässig und wer unstät sein soll: wer ein ruhiges und wer ein unruhiges, wer ein vergnügtes und wer ein schmerzhaftes Leben führen soll: wer erhöhet und wer erniedrigt, wer reich und wer arm sein soll.

Aber – Reue, Gebet und Almosen wenden das böse Verhängnis ab!7

Schofarbläser.

Briefmarke des Staates Israel (2010).                      


Später sei Rabbi Amnon im Traum dem berühmten Synagogendichter von Mainz, Rabbi Kalonymos ben Meschullam (10./11. Jh.), erschienen und habe ihm diesen Hymnus diktiert. Allerdings belegt ein Fund aus der Geniza von Kairo, der heute im Britischen Museum liegt, dass das U-netane Tokef viel älter ist als die Märtyrerlegende von Rabbi Amnon. Die Legende hat den Hymnus aber zweifellos in der aschkenasischen Gemeinde mit ihrer ausgeprägten Märtyrerreligiosität populär gemacht.

In der Schul meiner Kindheit unterhielt sich die Gemeinde während des langen Neujahrsgottesdienstes (Morgengebet/Schacharit) im Vestibül und im Hof der Synagoge. Wenn es aber soweit war, ging ein vielstimmiger Ruf durch die zusammenstehenden Gruppen: Sane Tojkäf!, Sane Tojkäf!, und alles strömte rasch in die Synagoge, um den feierlichsten Augenblick nicht zu verpassen.

Die Märtyrergeschichte von Rabbi Amnon ist sicher nicht der einzige Grund für die Popularität des U-netane Tokef. Vielmehr bildet der Hymnus wie kein anderer die Bedeutung und Dramatik des Neujahrstages ab. Im Talmud steht dazu:

„Am Neujahrstag ziehen alle zur Welt Gekommenen wie bei einer Heerschau [am Weltenrichter] vorüber“ (mRoHa I, 2).

Eben diese Prozession und das folgende Gericht vor dem Weltenrichter inszeniert der Hymnus U-netane Tokef in fünf Akten.

1. Akt: Das höchste Gericht tritt zusammen, wobei der Weltenrichter in Personalunion alle Rollen ausfüllt:

„Du bist der Richter, der Ankläger, der Ermittler, der Zeuge [...]. Du öffnest das Buch des Gedenkens, und aus ihm wird vorgelesen, und das Siegel eines jeden Menschen ist darin.“

2. Akt: Die Angeklagten stehen auf:

„In das große Schofar wird geblasen [...], und alle Geschöpfe der Welt führst Du vor Dir vorbei wie ein Heer, wie der Hirt seine Herde prüft, seine Schafe unter seinem Stab hindurch gehen lässt [...]. Zittern und Beben ergreifen sie alle.“

3. Akt: Das Urteil wird verkündet, aber eine Gnadenfrist eingeräumt:

„Am Neujahrstag werden sie eingeschrieben, und am Fasttag der Versöhnung werden sie versiegelt. Wer leben wird und wer sterben, wer in seiner Zeit und wer nicht, wer durch Wasser, wer durch Feuer.“

Leonard Cohen hat diese Stelle durch seinen Song Who by Fire (1974) weltberühmt gemacht. Nach Beendigung des Strafregisters fällt die ganze Gemeinde wie ein Mann dem Vorbeter ins Wort und ruft aus vollen Lungen: „Umkehr (Tschuwa): Gebet (Tfila) und Wohltun (Zdaka) wenden den schlimmen Beschluss ab.“

4. Akt: Das Plädoyer der Verteidigung erinnert daran, dass der Schöpfer den Sünder so gebildet hat, wie er ist:

„Du bist ihr Schöpfer (Jozram) und kennst ihren Trieb (Jizram). [...] Der Mensch gleicht einer zerbrochenen Scherbe, trockenem Gras, einer welkenden Blume, einem Schatten, der vorüberzieht, und einer schwindenden Wolke, dem verwehten Wind und dem Staub, der verfliegt, einem flüchtigen Traum.“

5. Akt: Am Schluss steht der Gnadenappell:

„Tue es um Deines Namens willen!“

Tag des Zorns

Den Historikern ist schon lange die Ähnlichkeit des U-netane Tokef mit dem alten christlichen Hymnus (Sequenz) Dies irae, dies illa8  aus der katholischen Totenmesse (Requiem) aufgefallen. Die Schilderungen des Gerichtstages entsprechen sich fast wörtlich:
In beiden Hymnen kommt der Weltrichter, um zu Gericht zu sitzen („quando iudex est venturus [...] Iudex ergo cum censebit“ / „wenn der Richter kommen wird [...] Wenn der Richter dann mit der Schätzung beginnen wird“);

„Tag des Zornes, jener Tag [...] Welch ein Beben wird sein […]“ („Dies irae, dies illa [...] Quantus tremor est futurus“); da und dort gellen die Blasinstrumente („Tuba mirum spargens sonum“ / „Eine Posaune, die einen wunderlichen Klang verbreitet“);

das Buch mit der Schuld aus Erdentagen wird aufgeschlagen („Liber scriptus proferetur“ / „Ein vollgeschriebenes Buch wird herangetragen werden“);

der Sünder bekennt sein Elend („Quid sum miser tunc dicturus [...] Ingemisco, tamquam reus“ / „Was werde ich Elender dann sagen? [...] Ich ächze wie ein Angeklagter“)

und appelliert an die Gnade des Weltherrschers („Rex tremendae maiestatis / qui salvandos salvas gratis / salva me, fons pietatis“ / „König von Schrecken erregender Majestät, / der du die zu Rettenden aus Güte rettest, / rette mich, du Quell der Gnade!“).

Rabbiner Leo Trepp (1913–2010) nahm an, dass der Verfasser des Dies Irae ein konvertierter Jude gewesen sein könnte, – eine Ansicht, die heute niemand mehr vertritt. Sogar Israel Yuval, der sonst mit Erklärungen vom Typ „Wie es sich christelt, so jüdelt es sich“9 rasch bei der Hand ist, meint vorsichtig, „dass der beiden Religionen gemeinsame Vorrat an Begriffen und Bildern zu dieser Ähnlichkeit geführt hat“. Treffender kann man es nicht sagen. Eine gemeinsame biblische Quelle beider Gebete ist auch schnell gefunden: die Schreckensvision des Propheten Zefanja vom „Tag des Zorns“.

Zefanja beschreibt in fünf lautmalerischen Nomenpaaren – wie Paukenschläge– den großen Tag des Herrn:

„Ein Tag des Zornes ist jener Tag /ein Tag der Drangsal und der Bedrängnis, /
ein Tag der Vernichtung (Jom Schoa) und Verwüstung, /
ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, /
ein Tag des Widderhorns und des Kriegsgeschreis (Jom Schofar UTerua)“ (Zef 1,15 f.).

In der Kirche und in der Synagoge hat der apokalyptische Spruch Zefanjas allerdings einen Bedeutungswandel durchgemacht. Es geht nicht mehr um das diesseitige Gericht über die Stadt und den Erdkreis, sondern um das jenseitige Gericht über jedes einzelne Geschöpf – im U-netane Tokef vor dem Tod, im Requiem nach dem Tod. Die apokalyptische Bedeutung des Prophetenwortes bricht aber in ihrem musikalischen Nachleben immer wieder durch, so in der Dies-irae-Komposition von Verdi (Requiem, 1874) und im Dies Irae – Oratorium zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz von Krzysztof Penderecki, das 1967 im ehemaligen KZ Auschwitz uraufgeführt wurde. Bemerkenswert ist, dass genau in der Mitte der Prophetie Zefanjas das Wort „Schoa“ (Zef 1,16)10  steht, und auch die Gerichtsworte „Verschüttet werden soll ihr Blut wie Staub und ihr Fleisch wie Kot. Auch Silber und Gold wird sie nicht retten können“ (1,17 f.) erinnern an die nationalsozialistische Judenvernichtung.

Es war also vielleicht gar nicht so ein „arger Missgriff“, wie H. G. Adler meinte, als der tschechisch-jüdische Dirigent Rafael Schächter (1905–1944) 1943 Verdis Requiem im Lager Theresienstadt unter grauenhaften Begleitumständen einstudierte und aufführte. Zweimal wurde während der Proben die gesamte Chorbesetzung aus jeweils hundertfünfzig Sängern nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nach der letzten Aufführung musste auch der Dirigent mit seinem dritten Chor den sogenannten „Künstlertransport“ antreten – mit dem Endziel Auschwitz.

Soweit wir wissen, war weder Schächter noch Verdi der alttestamentliche und jüdische Hintergrund des Sujets geläufig. Der Augen- und Ohrenzeuge Josef Bor (1906–1979) hat in seiner weltberühmten Novelle „Theresienstädter Requiem“ die Aufführung als Akt des Widerstandes interpretiert. Den Mördern sollte das irdische Gericht angekündigt werden – „Confutatis maledictis!“ – und den Gefangenen die bevorstehende Befreiung – „Libera me!“. In jedem Fall führt diese wahre Märtyrergeschichte das jüdische und das christliche Gebet wieder zusammen.


* Über den Vf. siehe die Vorbemerkung zu seinem Beitrag „Beten hinter Stacheldraht“ , i. d. H., S. 252.

  1. Anm. d. Red.: Vgl. Clemens Thoma, Jom Kippur – Tag der Sühne und Erneuerung , in: FrRu NF 10 (2003) 242–247; Rabbiner Leon Klenicki, Jom Kippur. Tag der Vergebung durch Gott und durch uns , in: FrRu 14 (2007) 272–276; Rabbiner Moshe Navon, Von Melchisedek zu Jesus : Der Ewige Hohepriester in der Liturgie des Zweiten Tempels, in: FrRu NF 18 (2011) 2–12.
  2. Anm. d. Red.: Vgl. Walter Salmen, Der Schofar. Kultgerät und Zeichen eines Volkes , in: FrRu NF 10 (2003) 257–263.
  3. Anm. d. Red.: Vgl. Menachem Heppner, Jamim Noraim – Die „fürchterlichen“ Tage , in: FrRu NF 11 (2004) 112–114.
  4. Anm. d. Red.: Horst F. Rupp, Die jüdischen Herbstfeste , in: FrRu NF 10 (2003) 248–256.
  5. Anm. d. Red.: Vgl. Rabbiner Salomon Almekias-Siegl, ,Sag mir, wer Du bist.‘ Mosche forderte vom Ewigen, ihm Seine Eigenschaften zu offenbaren, in: Jüdische Allgemeine, 7. 10. 2014.
  6. Das Mussaf-Gebet wird an Schabbat und Feiertagen als Teil des Morgengebetes (schacharit) nach der Toralesung gesprochen.
  7. Festtägliches Gebetbuch, geordnet und übersetzt von Wolf Heidenheim. Neue, durchaus verbesserte Auflage, Rödelheim 1883 (hebr.: S. 198, 200; dt.:, S. 199, 201).
  8. Der lateinische Text wird im Folgenden nach dem Missale Romanum, hg. von Anselm Schott, Freiburg im Breisgau 1934, S. 173 f., wiedergegeben; Übers.: Red.; siehe den Kommentar in: Lateinische Hymnen, hg. von Alex Stock, Berlin (Verlag der Weltreligionen) 2012, S. 289–304.
  9. Vgl. Michael Hilton, „Wie es sich christelt, so jüdelt es sich“ . 2000 Jahre christlicher Einfluß auf das jüdische Leben, Berlin 2000; siehe die Rezension von Clemens Thoma in: FrRu NF 8 (2001) 63–65.
  10. Anm. d. Red.: Vgl. Simon Lauer: „Die beiden Wörter Schoa und Holocaust haben nicht das geringste miteinander zu tun. ,Schoa‘ bedeutet Grausen, Öde und ist als Bezeichnung für das gemeinte Geschehen aus Zefanja 1,16 entlehnt. ,Holocaust‘ ist keineswegs ein Synonym dazu, sondern die Übersetzung der griechischen Bibel (der Septuaginta) für ,ola‘, ein Opfer, das ganz verbrannt wird. Hier liegt auch der Grund dafür, dass viele diesen Begriff ablehnen und ,Schoa‘ den Vorzug geben“ (Israelitisches Wochenblatt, 8. November 1996, und NZZ, 1. März 1997).

Jahrgang 22 / 2015 Heft 4, S. 283−290. 


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