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Yizhak Ahren

Rabbiner Leo Prijs

Orthodoxe Perspektiven auf den jüdisch-christlichen Dialog

Aus ganz unterschiedlichen Gründen sind Juden, die während der nationalsozialistischen Herrschaft aus Deutschland emigrierten, nach der Schoa in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Viele ihrer Glaubensgenossen konnten einen solchen Schritt nicht verstehen und haben mitunter die Rückkehrer mit scharfen Worten getadelt.1  Kritische Bemerkungen über Juden in Deutschland kann man auch heute noch gelegentlich in Israel hören, aber man hat sich inzwischen mit der Tatsache abgefunden, dass es sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands wieder jüdische Gemeinden mit den erforderlichen Institutionen gibt.

Unter den Rückkehrern nach der Katastrophe befanden sich nur wenige gesetzestreue Juden. Warum gerade diese Gruppe unterrepräsentiert war, ist nicht schwer zu erraten. Orthodoxe Juden sind mehr als andere auf eine stabile Infrastruktur angewiesen, die in der Nazizeit systematisch zerstört worden war. Die Versorgung mit koscheren Nahrungsmitteln illustriert diesen Sachverhalt. Ein weiterer Bereich, der noch heute, 70 Jahre nach der Schoa, von orthodoxen Familien als sehr problematisch angesehen wird, ist die außerfamiliäre jüdische Erziehung. In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war die diesbezügliche Lage wesentlich schwieriger als in der Gegenwart, und so ist es nicht verwunderlich, dass eine Rückkehr nach Deutschland für gesetzestreue Familien nicht attraktiv war.

Zu den wenigen orthodoxen Rückkehrern zählt der Judaist Leo Prijs (1920–1998), der insgesamt mehr als 40 Jahre in München gelebt hat.2  Sein Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog ist meines Erachtens bis heute beachtenswert. Die Ziele, die sich Prijs gesteckt hat, seine sich selbst gestellten Lebensaufgaben, habe ich vor allem seinen zahlreichen Veröffentlichungen entnommen sowie persönlichen Gesprächen mit seiner Witwe Eva und seinem ältesten Sohn Aron, die beide in Jerusalem leben. Bedauerlicherweise verdient der Artikel über Leo Prijs in der Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ (Stand: November 2015) das Prädikat „mangelhaft“. Nicht nur wird Prijs’ Lebenszeit um 10 Jahre verkürzt; seine wissenschaftlichen Werke (Dissertation, Habilitationsschrift) sowie seine Arbeiten über den mittelalterlichen Bibelexegeten Abraham Ibn Esra bleiben unerwähnt.

Eva Prijs hat 1987 ein Schriftenverzeichnis zusammengestellt, das 13 Bücher und 30 Artikel ihres Mannes auflistet.3  An Literatur über Prijs nennt der anonyme Wikipedia-Autor lediglich eine Abhandlung von Ittai J. Tamari aus dem Jahre 2009.4  Erwähnenswert sind auch die in hebräischer Sprache verfassten Memoiren des Sohnes Joseph Akiwa Prijs, die er 1999 einem talmudischen Werk vorangestellt hat.5

Leo (Arje Leibusch) Prijs wurde am 27. Juni 1920 in Breslau geboren, wuchs jedoch in München auf, wo sein Vater, Dr. Joseph Prijs (1889–1956), seit 1921 als Rabbiner der Synagoge in der Herzog-Max-Straße und seit 1928 an der Universität als Dozent für die Wissenschaft des Judentums wirkte.6  1933 floh die Familie in die Schweiz. In Basel studierte Prijs semitische Sprachenund wurde 19487  mit der Arbeit „Beiträge zur Frage der jüdischen Tradition in der Septuaginta“ promoviert.8

In den 50er Jahren zog Leo Prijs, auf der Suche nach einer festen Anstellung, mehrfach um. 1953 war er Research Fellow an der Yeshiva University (New York). Ermutigt von seinem Vater, der die These von einer Kollektivschuld der Deutschen ablehnte, nahm Prijs 1954 eine Stelle als Assistent am Institutum Judaicum Delitzschianum in Münster (Westfalen) an. In Münster kam sein ältester Sohn Aron 1955 zur Welt.9  Dann emigrierte die Familie nach Israel, wo Prijs einige Jahre als Dozent für Bibelwissenschaft an der noch jungen Bar-Ilan Universität in Ramat Gan wirkte. Im Jahre 1959 kehrte die Familie erneut nach Deutschland zurück.

Anfangs arbeitete Prijs als Religionslehrer der Israelitischen Kultusgemeinde in München (IKG); 1962 habilitierte er sich mit der Studie „Pesikta Rabbati, Kapitel 26“ an der Ludwig-Maximilians-Universität; dieser Hochschule blieb er bis 1988 verbunden. Zugunsten der Erziehung und Ausbildung seiner Kinder schickte Professor Prijs 1974 seine Familie nach London. Alle vier Kinder sind nach der Aussage von Joseph Akiwa Prijs gesetzestreue Juden geblieben, was er den Bemühungen seiner Eltern zuschreibt. Da Leo Prijs in München lehrte und seine Angehörigen in England lebten, musste er bis zum Ende seiner Lehrtätigkeit ständig hin und her reisen. Nach längerer Krankheit ist Leo Prijs am 19. Juli 1998 in London gestorben. Auf seinem Grabstein ist u. a. vermerkt, dass er zu den Nachkommen von Rabbiner Mosche Sofer (1762–1839, bekannt als „Chatam Sofer“) zählt und dass er die Bräuche seiner frommen Vorfahren sorgfältig hütete. Auch wird erwähnt, dass er Ibn Esras Werk erforscht hat. Dass Prijs jahrzehntelang an der Ludwig- Maximilians-Universität wirkte, an der schon sein Vater gelehrt hatte, kommentierte der in München geborene Publizist Schalom Ben-Chorin (1913–1999) mit den Worten: „Es liegt hierin fast etwas Symbolisches in doppelter Bedeutung: Die Unzerstörbarkeit des Geistes und der jüdischen Tradition, die vom Vater auf den Sohn weiter gereicht wird.“10

 

 Von  der Unzerstörbarkeit des Judentums war Prijs zutiefst überzeugt;  an  einer hervorragenden Stelle hat er darauf aufmerksam gemacht, dass  sich  diese Lehre bereits im Babylonischen Talmud (Awoda sara 18a)  findet. Auf  dem Umschlag seines Buches „Begegnung mit dem Judentum“ ist  eine  brennende Tora-Rolle abgebildet, aus deren Flammen hebräische  Buchstaben  emporsteigen. Prijs erklärt das Umschlagbild: „Das Pergament  der Tora-  Rolle verbrennt, aber die Buchstaben fliegen auf“ (Talmud, Traktat Awoda  sara 18a).

Das waren die letzten Worte des  Glaubensmärtyrers Rabbi Chananja ben  Teradjon, als er im Jahre 135 n.  Chr. von den Römern, in eine Tora-  Rolle gewickelt, verbrannt wurde. Es  ist ein bildhafter Ausdruck für die  Regenerationsfähigkeit der  jüdischen Religion nach jeder Verfolgung, so  auch nach der Verbrennung  von Synagogen in der sogenannten  „Kristallnacht“ 1938 und nach dem  Holocaust 1939–1945.11

Prijs’  Rückkehr nach Deutschland hängt sicher mit seiner  Bereitschaft  zusammen, am Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde seiner  Kindheit  tatkräftig mitzuwirken. Neben seiner akademischen  und  schriftstellerischen Arbeit nahm er sich auch die Zeit, im Vorstand  der  IKG München mitzuarbeiten. Seine Sorge galt den Hilfsbedürftigen,  und er  setzte sich unermüdlich für die besonderen Interessen  der  Gesetzestreuen ein. So wäre er z. B. froh gewesen,  wenn die  Synagoge in  der Möhlstraße, in der er oft betete, einen eigenen  Rabbiner bekommen  hätte; dieser Plan konnte aber nicht realisiert  werden, weil viele  Gemeindemitglieder dagegen waren. Mehr als 400  Rundfunkansprachen zur  Einstimmung auf den Schabbat hat der  Hochschullehrer Prijs gehalten, die  sich sowohl bei jüdischen als auch  bei nichtjüdischen Zuhörern großer  Beliebtheit erfreuten; einige dieser  Texte sind im Band „Worte zum  Sabbat“ nachzulesen.12

Seiner Anthologie „Lebensweisheit aus dem Judentum“ stellte Prijs das folgende Zitat aus den Schriften von Rabbiner Abraham Yizhak HaKohen Kook (1865–1935) voran:

„Die wahren Gerechten klagen nicht über die Schlechtigkeit, sondern vermehren Gerechtigkeit; klagen nicht über Unglauben, sondern vermehren Glauben; klagen nicht über die Torheit, sondern vermehren Weisheit.“13

Nach dieser Maxime lebte auch Prijs, indem er sich stets bemühte, wie die wahren Gerechten zu handeln. Sowohl durch seine wissenschaftlichen Schriften als auch durch seine volkstümlichen Publikationen hat er versucht, in möglichst vielen Kreisen Weisheit zu mehren. In diesem Rahmen ist es weder erforderlich noch möglich, die wissenschaftlichen Leistungen von Prijs zu würdigen. Was Fachleute in Rezensionen zu seinen Schriften gesagt haben, hat seine Frau Eva Prijs in der oben (S. 96) erwähnten Bibliographie zusammengetragen. Hier möchte ich nur auf einige seiner Beiträge zum christlich-jüdischen Dialog hinweisen.

Im Vorwort zu „Die jüdische Religion“ erklärt Prijs, dass sein Büchlein über Wesen und Eigenart der Mutterreligion des Christentums informieren soll:„Informieren um der Information willen, aber auch um durch diese Information zur Ausräumung von Vorurteilen über die jüdische Religion und damit zur besseren christlich-jüdischen Verständigung beizutragen.“ 14

In einer anderen Publikation bemerkt Prijs:„Es ist menschlich und psychologisch verständlich, dass Juden, nachdem sie jahrhundertelang das Kreuz der Liebe nur als Schwert des Hasses kennengelernt haben, sich nun aus verletztem Stolz überhaupt nicht auf theologische Gespräche einlassen wollen. Eine solche Haltung ist aber weder berechtigt noch nützlich. Vielmehr sollen auch Juden durch den Dialog zum besserem Verständnis des Christentums gelangen, genau wie umgekehrt.“15

Prijs war zutiefst davon überzeugt, dass ein interreligiöses Gespräch möglich ist „ohne apologetische oder polemische Absicht, und ohne die Unterschiede zwischen beiden Religionen verwischen und vertuschen zu wollen“. Was Prijs sich von einer engeren Zusammenarbeit von Christen und Juden erhoffte, brachte er in ein einprägsames Bild: Mutter- und Tochterreligion könnte es gemeinsam gelingen, den Karren der Welt leichter aus dem Morast des moralischen Verfalls in eine bessere Zukunft zu ziehen!16

Prijs’ Beiträge zur Volksaufklärung nach den Jahren der Naziherrschaft, unter der Lügen über Juden und Judentum hemmungslos verbreitet wurden, z.B. in dem 1940 von Propagandaminister J. Goebbels protegierten Film „Der ewige Jude“, behandeln verschiedene Aspekte der jüdischen Religion. Hier seien vier Themen genannt, die Prijs offen und unpolemisch erörterte:

1. Vom Talmud, dem Hauptwerk der rabbinischen Literatur, haben viele Christen und Atheisten abstruse Vorstellungen. Um diese Zerrbilder zu korrigieren, hat Prijs in mehreren Texten das Wesen des Talmud erklärt und eine ganze Reihe aufschlussreicher Zitate daraus angeführt. Auch erläuterte er, was eine Talmudhochschule (hebr.: Jeschiwa) ist, bzw. was sie nicht ist.17

2. Eine Behauptung, die z. B. von dem Theologen Eugen Drewermann vertreten wird, besagt, dass das Judentum Tierquälerei nicht verbiete. Dieses Vorurteil widerlegt Prijs in der gebotenen Ausführlichkeit.18

3. Zu den verbreiteten Vorurteilen über das Judentum gehört die Vorstellung vom jüdischen „Gott der Rache“, die auf Luthers Übersetzung von Psalm 94,1 basiert. Wenn man Rache im Sinn von gerechter Strafe versteht, wird deutlich, dass der alttestamentliche „Gott der Rache“ keinen Gegensatz zum „Gott der Liebe“ darstellt.19

4. Christen haben durch den Apostel Paulus gelernt, über die „Last des Gesetzes“ zu sprechen und über die „Knechtschaft“, in der diejenigen, die nach dem Religionsgesetz leben, gefangen sind. Außenstehenden ist oft nicht klar, dass gesetzestreue Juden sich freuen, Gottes Gebote erfüllen zu dürfen: „Diene Gott mit Freude“ heißt es in Psalm 100,2. Prijs macht auch aus eigener Erfahrung darauf aufmerksam, dass jene, die das „Joch der Gebote“ auf sich nehmen, dieses weder als Last noch als starres Korsett empfinden.20

Vielleicht drängt sich nun die Frage auf: Wie haben Christen auf die Aufklärungsversuche von Leo Prijs reagiert? Wir wissen zumindest, wie Bischof Klaus Hemmerle (1929–1994) gedacht hat. In einem Brief an Prijs vom Dezember 1984, der statt eines Geleitworts im Buch „Begegnung mit dem Judentum“ abgedruckt ist, schreibt der katholische Theologe:

„Ihr Buch ist [...] ein ‚gefährliches‘ Buch. Man kann hernach nicht genauso sehen wie zuvor. Auch wenn man wusste, was an Informationen drinnen steckt, so kommen sie doch als Zeugnis auf einen zu – und Zeugnis verändert, dringt ein in das eigene Sehen und Leben.  [...] Ich glaube, man kann dieses Buch nicht lesen, ohne das Judentum und die jüdische Religion so zu kennen, dass man sie liebt, und so zu lieben, dass man sie kennt.

Das aber ist entscheidend. Hier schlägt sich über Abgründe der Geschichte hinweg eine Brücke, die es möglich macht, sie weiterhin, ja neu und vielleicht wie noch nie als gemeinsame Geschichte zu leben.“21

Diese Bemerkungen machen deutlich, wie sehr die Beiträge von Rabbiner Leo Prijs, eines hervorragenden Vertreters der jüdischen Orthodoxie, zum christlich-jüdischen Dialog verstanden und geschätzt werden.

 


Prof. Dr. Yizhak Ahren, Jerusalem/Köln, war bis zu seiner Pensionierung Privatdozent für Psychologie an der Universität Köln.

 

  1. „Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können“, schrieb der 1923 nach Israel ausgewanderte Kabbala-Forscher Gershom Scholem 1949 an den jüdischen Historiker Hans-Joachim Schoeps, der aus Schweden nach Deutschland zurückgekehrt war. Diesen aussagekräftigen Satz haben Monika Boll und Raphael Gross als Titel des von ihnen herausgegebenen Bandes über jüdische Intellektuelle in Deutschland nach 1945 (Frankfurt a. M. 2013) gewählt.
  2. Die Frage: „Wie lebt ein frommer Jude heute in Deutschland?“ hat Thomas Sartory den Eheleuten Prijs 1974 in einem Rundfunk-Interview gestellt, das nachzulesen ist in: Leo Prijs, Die jüdische Religion, München 1977, S. 95–107.
  3. Eva Prijs, Beschreibende Bibliographie der Schriften von Leo Prijs, in: Leo Prijs, Jüdische Tradition in der Septuaginta. Die grammatikalische Terminologie des Abraham Ibn Esra, Neuauflage Hildesheim 1987, S. 153–183.
  4. Ittai J. Tamari, Vater und Sohn, oder über die Anfänge der Jüdischen Studien an der Ludwig- Maximilians-Universität München, in: Münchner Beiträge zur Jüdischen Geschichte und Kultur, 2009, Heft 2, S. 107–118.
  5. Joseph Akiwa Prijs, Sichronot miBet Abba, in: Koach Lajaef (hebr.), Bnei Break 5759, S. 1–13. An dieser Stelle möchte ich Aron Prijs dafür danken, dass er mich auf dieses Buch seines Bruders aufmerksam machte und dass er mir eine Kopie seiner eigenen unveröffentlichten Erinnerungen an den Vater überließ.
  6. Ittai Tamari berichtet, welche Kurse Rabbiner Prijs gab. Die auf Seite 111 abgedruckte handschriftliche Ankündigung einer Übung hat Tamari ungenau transkribiert.
  7. Die Jahreszahl der Promotion, die Tamari auf Seite 115 angibt, ist offensichtlich falsch: 1964 war Prijs bereits habilitiert!
  8. Zum Neudruck der 1948 in Leiden erschienenen Dissertation, zusammen mit der 1950 in Basel erschienenen Schrift Die grammatikalische Terminologie des Abraham Ibn Esra, s. Anm. 3.
  9. Tamari irrt, wenn er auf Seite 118 München als Arons Geburtsstadt angibt.
  10. Schalom Ben-Chorin, Jugend an der Isar, München 1974, S. 118.
  11. Leo Prijs, Begegnung mit dem Judentum, Freiburg i. Br. 1985, S. 5. Zu Rabbi Chananja vgl. FrRu NF 22 (2015) 192.
  12. 12) Leo Prijs, Worte zum Sabbat, München 1990. Hier handelt es sich nicht um Betrachtungen zum Wochenabschnitt, sondern um eine facettenreiche Einführung in die Welt des Judentums.
  13. Leo Prijs, Lebensweisheit aus dem Judentum, Freiburg i. Br. 1986, S. 6.
  14. Leo Prijs, Die jüdische Religion (Anm. 2), S. 7.
  15. Leo Prijs, Begegnung (Anm. 11), S. 113. In der Festschrift zum 70. Geburtstag von Karl E. Grözinger (Nathanael Riemer [Hg.], Jewish Lifeworlds and Jewish Thought, Wiesbaden 2012), vertrat Mordechay Lewy die These, der Mainstream der jüdischen Orthodoxie sei nicht bereit, sich am christlich-jüdischen Dialog zu beteiligen. In meiner Rezension (FrRu NF 21 [2014] 225–227) habe ich Lewys Behauptung als fragwürdig bezeichnet und mehrere Vertreter der Orthodoxie genannt, die beachtenswerte Beiträge zum christlich-jüdischen Gespräch geliefert haben. Ich hätte auch auf Veröffentlichungen von Leo Prijs hinweisen können. Zum Verhältnis der jüdischen Orthodoxie zum Christentum siehe die „Erklärung orthodoxer Rabbiner zum Christentum“ vom 3. Dezember 2015 (S. 88–91 i. d. H.)
  16. Leo Prijs, Begegnung (Anm. 11), S. 12.
  17. Leo Prijs, Die jüdische Religion (Anm. 2), S. 55 ff.; ders., Die Welt des Judentums, München 1982, S. 55 ff.; ders., Begegnung (Anm. 11), S. 59 ff.; ders., Hauptwerke der hebräischen Literatur, München 1987, S. 15 ff.; ders., Worte zum Sabbat (Anm. 12), S. 21 ff., 96 ff.
  18. Leo Prijs, Begegnung (Anm. 11), S. 109 ff.; ders., Die Welt des Judentums (Anm. 17), S. 153 ff.
  19. Leo Prijs, Die jüdische Religion (Anm. 2), S. 109–125; ders., Die Welt des Judentums (Anm. 17), S. 155 ff.
  20. Leo Prijs, Die jüdische Religion (Anm. 2), S. 21 ff.
  21. Leo Prijs, Begegnung (Anm. 11), S. 9.

Jahrgang 23 / 2016 Heft 2, S.


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