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Wolfgang Treitler

„Juden, verschwört euch gegen den Tod!“

Zum 100. Geburtstag von Abraham Sutzkever

Stationen eines Lebens: Sibirien – Wilna – Tel Aviv

Vor einhundert Jahren wurde in Smorgon, etwa auf halbem Weg zwischen Vilnius und Minsk im heutigen Weißrussland gelegen, Abraham Sutzkever geboren. Es war der 15. Juli 1913. Unter seinen Vorfahren fanden sich einige jüdische Gelehrte. Doch ihm war ein anderer Weg durchs Leben gewiesen, ein Weg, dessen erste Hälfte vor allem von Flucht, Verlust und Widerstand bestimmt war. Mit seiner Familie traf schon den Zweijährigen die Ausweisung aus der Stadt, die damals zum Russischen Reich gehört hatte, in den Osten nach Sibirien, weil die Juden allesamt der Kollaboration mit den Deutschen im Ersten Weltkrieg verdächtigt worden waren.1

Sibirien mit seinen eisigen Sonnenuntergängen2  und dem morgendlichen „Flammenschnee“3  prägte Abraham Sutzkevers Kindheit, die er in einer Gedichtsammlung von 1936 unter dem Titel „Sibir“ wieder erweckte. Dort, in Sibirien, verlor er im Jahr 1920 auch seinen erst 30-jährigen Vater.4  Im Gedicht „Tsum tatn / Zum Vater“ sieht man den 7-jährigen Buben seinem toten Vater nachlaufen:

„Vater, als der Schlitten fuhr mit deinem Sarg darauf, / bin ich dir noch nachgerannt, um irgendwie / zu erjagen die Erinnerung an dich im Lauf, / eine Taube an der Brust, weiß wie der Schnee. /Als dir eine Hütte, eine neue, / ausgemeißelt, pochend wie ein Herz, ein Eisenstab, / und die Tiefe schlang dich bald danach hinab, / wo du funkelst unter Eis bis heute, / hab ich dort hineinfallen gewollt. / Da jedoch ist meine Taube aufgeflogen, / Abendsonne wie gekrönt mit weißem Gold, / und sie hat hinauf zum Leben mich gezogen [...].5

Mehr als 20 Jahre später, Dezember 1941 im Wilnaer Getto: Abraham Sutzkevers Mutter wurde erschossen, und seine Frau Frejdke Levitan, die er 1928 kennen gelernt und 1939 geheiratet hatte, brachte „einen Sohn zur Welt, der sofort im Krankenhaus vergiftet wurde, einer Bestimmung zufolge, dass im Wilnaer Getto keine Kinder geboren werden durften“.6

Da schrieb er als Vater seinem Kind ein Gedicht nach, nannte das Kind Liebe und fragte es:

„warum hast du die Schöpfung verdunkelt, / die Augen schließend, / und ließest mich wie einen Bettler draußen / zusammen mit einer Welt, hinweggeschnitten / und abgeschüttelt von dir?“7

Dazwischen bildete sich Sutzkever zu einem jiddischen Lyriker heran; vor allem seine Freundschaft mit Lejzer Wolf8 , der 1942 in Auschwitz ermordet worden war, brachte ihm Jiddisch, seine Muttersprache, auch als Literatur- und Lyriksprache nahe.9  Selbst die Zäsur des Wilnaer Gettos, das er mit seiner Frau in den Jahren 1941–1944 durchleben musste, brachte ihn nicht mehr vom lyrischen Jiddisch ab. Im Getto dichtete er weiter. Zuvor hatte er noch versucht, ein Visum für die Ausreise nach Eretz Israel zu erhalten, doch der Einmarsch der deutschen Truppen in Wilna am 24. Juni 1941 zerstörte diese Hoffnung.10

Im Getto, dessen Eingangstor in der Straschunstraße lag, die in Sutzkevers Berichten und Lyrik immer wieder vorkommt11, hielt er das Jiddisch hoch als Gegenwirklichkeit zum Terror der deutschen Kommandos: „Ich höre diese Sprache, von der Europa geschändet wird“12, schrieb er 1946 in seinem Bericht über die Gettojahre. Das forderte Widerstand. Sutzkever half deshalb auch mit, kulturelles Leben innerhalb des Gettos zu ermöglichen. Es wurde gemalt, Theater gespielt; künstlerische und religiöse Zeugnisse wurden versteckt und für irgendwann später aufbewahrt.

Verbunden damit war aber auch massiver Widerstand gegen die Okkupatoren, in dem Waffengewalt eingesetzt wurde. Man hatte von Ponar gehört, zuerst sehr Undeutliches und Unklares, auch Verlogenes. Auf den offiziellen Landkarten, die die Deutschen ausgaben, fand sich der Ort nicht eingetragen. An ihm hatten sie eine „Todesfabrik“13  erbaut für den Massenmord in dieser Gegend.

Sie – das waren Männer mit Namen, die Sutzkever in seinem Bericht auch nannte: Horst Schweinenberg, der eine Frau malträtierte, bis sie sich an den Windeln ihres Kindes erhängte14; Martin Weiß, Nachfolger Schweinenbergs und „Herr von Ponar“, der es liebte, „mit eigenen Händen ein Kind zu ersticken“15; Bruno Kittel, ein parfümierter, eleganter Theatermann, der mordete, als wäre es ein Spiel16; der Österreicher Franz Murer, der in einem Prozess in Graz als schuldlos befunden wurde, obwohl Sutzkever sah und schrieb, dass Murer es liebte, „mit ‚seinen‘ Juden zu spielen […]. Besonders gern sah Murer zu, wenn man junge Mädchen schlug. Er stellte sich an die Seite und schrie: ‚Stärker! Stärker!‘“17

Den Zusammenhang von individuellem Terror und planvoll durchgeführter Ausrottung, von der Theodor W. Adorno und Max Horkheimer18  1939–1944 im amerikanischen Exil geschrieben haben, sah Sutzkever unmittelbar vor sich in einer durchlebten Schrecklichkeit, die sich nicht reflexiv-dialektisch heben ließ, sondern als „Höllengasse meines Erinnerns“19  in ihm fortdauerte.Sein Judentum forderte Rebellion. Denn das Morden hat über Sutzkevers Volk unaussprechlichen Schrecken gebracht und die Welt verfinstert; im Gedicht Ich kann ihn nicht vergessen schreibt er:

„Ein Volk, zusammengesteckt in weißhaariger Wirrnis / mit göttlichen Sicherheitsnadeln des Schreckens! Und die Schöpfung / versteckt sich in den pechfinsteren Schmutzkanälen.“20

Sutzkever, ein religiös gebildeter Mann, nahm die Botschaft seiner Überlieferung ernst: Wie im Morgengebet unmittelbar nach dem Schma‘ Israel die Betenden an ihre Verpflichtung erinnert werden, Gott, der Hilfe der Väter (esrat avoteinu) und dem Erlöser Israels (ga’al Jirsa’el)21, treu zu bleiben, und diese Treue (emeth) vom glaubenden jüdischen Menschen den Widerstand gegen alles Unrecht verlangt, so fand auch Sutzkever zum Widerstand gegen das Morden, das die jüdische Welt zerstörte. Widerstand gegen das Morden wird zum Gebot – aus dem Bewusstsein, dass der Gerechte imstande ist, eine neue Welt zu erschaffen.22  Am 1. Januar 1942 ergeht ein erster Aufruf zum Widerstand, den Sutzkever mitinitiiert hat:

„Laßt uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank gehen! […] Löst euch von der Illusion der Verzweifelten: Eure Kinder, Frauen und Männer sind nicht mehr! Ponar ist kein Lager! Man hat sie alle erschossen. Hitler hat sich ein System ausgedacht, alle Juden in Europa umzubringen. An uns kam die Reihe zuerst.

Laßt uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank gehen!

Es ist wahr, wir sind schwach und haben keine Hilfe. Aber die einzige würdige Antwort an unsere Feinde ist – Widerstand! – Brüder! Besser als freie Kämpfer fallen, statt in der Gnade der Mörder zu leben. Sich wehren bis zum letzten Atemzug!“23

Bevor er mit seiner Frau und anderen Widerstandskämpfern aus dem Getto fliehen konnte – es wurde am 23. September 1943 von den Deutschen liquidiert24  – und sich der jüdischen Partisaneneinheit Nekome25  (Rache) anschloss, verfasste er im Spätwinter des Jahres 194326 das Gedicht „Kol Nidre“,
das wiederum den Widerstand der versammelten Gemeinde beschwört:

„Es versammelten sich pergamentene Juden / von den Spinnweb-Böden, / aus Kellern, wie Brunnen tief, / im leuchtenden Bethaus des Wilner Gaons, / versammelten sich zum Kol Nidre / wie zu einem Aufstand.“27

Und dem Bild von „Ezechiel im Tal der Gebeine“28, das an Ez 37 erinnert, folgt der Aufruf, der die „Eisenwände“ durchbrechen will: „Juden, verschwört euch gegen den Tod!“29  Biblische Erinnerung und Zeugenschaft im Abgrund verbanden sich bei Abraham Sutzkever zu einem praktischen Judentum, zu einem Judentum der Tat gegen den Tod und für das Leben, gegen ie Hölle und für die Erlösung durch Gerechtigkeit.

Zwischen den Kampflinien der Deutschen und der Roten Armee gelang ihm schließlich die Flucht nach Moskau, wo er an der Niederschrift des „Wilner geto“30  arbeitete – einer der allerersten Berichte aus der Welt der Massenvernichtung überhaupt.

So wurde Abraham Sutzkever auch als Zeuge zu den Nürnberger Prozessen geladen.31  Doch was kann er dort sagen? Er kennt die Namen, hat gesehen, was diese Männer verbrochen haben – und erfährt, wie sehr er als Zeuge in einer Zwischenwelt leben muss und nicht ganz zu denen gehört, für die er Zeuge ist. 1979 schreibt er im Gedicht „Der Zeuge“:

„Seit ich Zeuge war, wie ein Zündholz / ein Bethaus mit Greisen und Kindern auslöschte, / schneller / als im Sonnenuntergang eine Schwalbe er löscht […] / seit damals kann ich kein Gebetshaus mehr betreten. / Es schien mir: Mich, den Zeugen, wird die Asche / erkennen. / Es schien mir: Ich geh hinein und werde, gottbehüte, / nicht verbrennen.“32

Im Herbst 1947 gelingt es ihm, mit seiner Frau und der kleinen Tochter mit falschen Papieren nach Eretz Israel zu kommen; ab 1948 wohnte er mit seiner Familie in Tel Aviv. In Israel blieb Jiddisch seine Sprache des Alltags und der Dichtung. In Jiddisch hatten große Dichter wie Jitzchak Lejb Peretz, Scholem Alejchem und Chaim Nachman Bialik33  geschrieben. Abraham Sutzkever tat es ebenso und veröffentlichte in Zeitschriften, die er zum Teil begründet hatte, und in Buchbänden wie „Ode an die Taube“, „Grünes Aquarium“, „Die Fiedelrose“, „Zwillingsbruder“ und „Erschütterte Wände“34  bis gegen Ende der 1990er Jahre Lyrik und Prosa.

In Israel aber galt Jiddisch weithin als Sprache des Exils35, die hebräische Sprache hingegen als die Sprache des Landes. Sie zu erlernen wurde von Anfang an Pflicht; von der Mühsal dieses Lernens hat Aharon Appelfeld, der Deutsch zur Muttersprache hatte, in seinem Roman „Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“36  erzählt. In den über viele Jahre sich hinziehenden Debatten um die Geltung der beiden Sprachen in Israel war Abraham Sutzkevers Position klar beim Jiddischen. Und er verteidigte seine Muttersprache gegen den gekündeten Untergang mit der ihm eigenen Kraft des Widerstands in einem Gedicht von 1948, als die Debatten über Jiddisch und Hebräisch heftig ausgetragen wurden:

„Laß ich mich, einen Lebendigen, übersetzen? / Sollen wir einpflanzen unsere Zungen / und warten, bis sie sich verwandeln / nach Urväterart / in Rosinen und Mandeln? / In was für mißlungenen / Witzen / predigt mein Dichterbruder mit dem Backenbart, / daß meine Muttersprache bald untergeh? / Wir werden ersichtlich in hundert Jahren noch sitzen / und am Jordan darüber verhandeln.“37

So wurde er nochmals Zeuge einer ausgelöschten jüdischen Wirklichkeit, diesmal in Israel, denn es war, so schreibt Jacob Allerhand, im Land bald klar, „dass das Schicksal des Jiddischen allein durch die Nachkriegskonstellation entschieden wurde – die meisten der sechs Millionen Opfer des Holocaust waren Angehörige der jiddischsprachigen Gruppe“.38  – Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2002 zog Abraham Sutzkever in ein „Elternheim“ (Seniorenheim) 39, wo er am 19. Januar 2010 starb.

„Wer wird bleiben?“

In seinem Werk hat Abraham Sutzkever die vernichtete Welt erinnert in ihrer eigenen Sprache, dem Jiddischen, und mit ihren markanten Merkmalen, in denen sich Religiöses und Alltägliches verbanden. In seiner Lyrik finden sie sich wieder, die Geige40  und der Spaten41, der Schnee42  und das Gras43, die Tora44, das Gebet45  und der Wein46, Untergang47  und Revolte48, auch Gottes erhabenes und fern gewordenes „Ich bin“49  und die fast erblindete Hoffnung auf rettendes Licht im Angesicht der Finsternis des Todes; in ihr leuchtet einstweilen nur noch ein verwehender Glutstock jenseits der üblichen Jahreszeiten.

„Nicht Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nein, / in der Welt ist eine fünfte Jahreszeit, sehr unbekannt, / eine Art Todes-Schöpfung: Kind und Frau und Mann, / in den Scheiterhaufen zu Funken zerglüht.“50

Das bringt die große Konfrontation des Gottesvolkes, das unter den gegengöttlichen Terror geraten war, mit seinem Gott, weil „kein Erlöser kam“51, auch nicht, als seine Mutter erschossen worden war. „Fragen werd ich in halber Weile: Sag mir, Mame, / kann der Schöpfer dir in die Augen sehn?“52  Das wurde für Abraham Sutzkever zur großen Frage. Kann der Schöpfer seiner Mutter und all den Ermordeten in die Augen sehen? Kann er überhaupt noch sehen? Oder ist er blind geworden?

In einer kleinen Erzählung „Die letzte aller Blinden“ hat Sutzkever diese Frage zur Revolte angesichts Gottes verdichtet. Vielleicht sieht Gott nicht, weil ihm das Licht fehlt, ist er blind geworden aus Mangel des Lichts in seiner Schöpfung. Da lässt die Blinde, deren blinder Geliebter ermordet worden war, sich von ihrer Schwester ein Kerzenlicht geben – Sutzkever nennt es „eine einäugige Eule“ –, ihre

„summenden Finger drehen den Docht herunter, benetzen mit Kerosin die Zöpfe, und aus dem Eulenauge bricht Feuer [...] – Über Gassen, Höhlen von Geistern – Sonne, Sonne, Sonne. – Sonne auf überklebten Scheiben. Sonne auf Gesichtern. Sonne auf Toten, die ihren Tod nicht finden [...] – Menschen gespalten in zwei getrennte Umrisse, werden wieder eins im rötlichen Glanz ihres Tanzes. – Und sie selbst, die Blinde, inmitten flammender Augen, entzündet mit ihrem Tanz die Gassen, die Stadt, entzündet die Wolken: – Bist du blind, mein Gott, dann nimm mein Feuer! [...].“53

In diesem Flammentanz wird alles Licht; auch der blinde Gott wird angesteckt durch das verzehrende Feuer dieser letzten Revolte im Zeichen der Liebe, die „stark wie der Tod“54  ist, und darf sich nicht mehr fern halten von den Seinen, er muss sehen, was ihnen geschieht, er muss sehen so wie einst, als er noch die Schmach Israels in Ägypten gesehen hat (Ex 3,9). Es ist die Blinde, die den Psalmvers wahr macht, der von Gott sagt: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“ (Ps 36,10).

So hilft der Mensch der Revolte Gott bei der Erlösung, weil er Ebenbild Gottes ist55  – ein Gedanke, der tief in die jüdische Tradition weist. Erlösung fällt nicht vom Himmel, sondern verlangt vom Menschen in extremis auch einen letzten Einsatz. „Mein Volk, du mußt dich für dein Schwert entscheiden, / wenn Gott zu schwach ist für Gerechtigkeit.“56  Das war Abraham Sutzkevers Überzeugung, die sein gesamtes Schaffen durchzieht.

Und was wird nach all dem bleiben? Wer wird bleiben? Sutzkever erkannte m Imperativ: „Juden, verschwört euch gegen den Tod!“ etwas absolut erbindliches, das auf die große Aufgabe des Judentums und Israels weist: gegen die Finsternis des Terrors das Licht der Schöpfung zu hüten, den Wind, die Wolken, die Worte, die etwas schaffen, die schöne „Fiedelrose“ (1974) und ein Stern,

„der in eine Träne fällt. / Auch ein Tropfen Wein wird bleiben, hier in seinem Krug. / Wer wird bleiben? Gott wird bleiben. Ist dir’s nicht genug?“57

Daran bleibt alles Hoffen geknüpft, aus dem Sutzkever sein Leben und seine Literatur geschöpft hat. Als Zeuge einer ausgelöschten Welt schrieb er in der Sprache dieser Welt und blieb dessen gewiss, dass nichts davon verloren sein wird. In dieser Haltung zeigte sich „das tief verwurzelte Judentum bei Sutzkever“.58  Mag er auch den Schlussstein der großen jiddischen Literatur bilden59 , so trägt sein Werk doch Botschaften in die Gegenwart und Zukunft: Gott wird bleiben, und auch die Erlösung wird bleiben – als große Aufgabe, sich gegen den Tod zu verschwören und dem Leben zu dienen.


* Dr. Wolfgang Treitler, geb. 13.4.1961, a. o. Universitätsprofessor für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Mitglied der Österreichischen Freunde von Yad Vashem und des P.E.N.-Clubs, freier Mitarbeiter der Abteilung Religion des ORF-Fernsehens.
  1. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik, in: Abraham Sutzkever, Geh über Wörter wie über ein Minenfeld. Lyrik und Prosa. Einleitung von Heather Valencia. Auswahl, Übersetzung und Anmerkungen von Peter Comans, Campus Judaica Bd. 25, Frankfurt / New York 2009, 26.
  2. Abraham Sutzkever, Geh über Wörter (Anm. 1), 72 f. und 76 f. Vgl. die Rezension von Stefan Berkholz in: FrRu 17 (2010) 147 f.
  3. Ebd., 81.
  4. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 27.
  5. Abraham Sutzkever, Geh über Wörter (Anm. 1), 85.
  6. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 35.
  7. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes. Ausgewählt und aus dem Jiddischen übertragen von Hubert Witt, Zürich 2009, 33. Vgl. die Rezension von Stefan Berkholz in: FrRu NF 17 (2010) 147 f.
  8. Ebd., 113.
  9. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 28.
  10. Ebd., 34.
  11. Abraham Sutzkever, Wilner Getto 1941–1944. Aus dem Jiddischen übertragen von Hubert Witt, Zürich 2009, 17, 27, 33, 53, 77, 83, 97 f., 100, 105 u. ö.; Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 11–14, 92–94.
  12. Ebd., 11.
  13. Ebd., 32.
  14. Ebd., 36.
  15. Ebd., 91.
  16. Ebd., 153 f.
  17. Ebd., 82.
  18. Max Horkheimer / Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt/Main 1998, 200.
  19. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 156 f.
  20. Ebd., 158.
  21. Siddur Schma Kolenu. Wiener Ausgabe. Konzept: Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg. Redaktion: Edouard Selig, Basel 2010, 56 f.
  22. Sanh 65b.
  23. Abraham Sutzkever, Wilner Getto (Anm. 11), 159. Anm. d. Red.: ursprüngliche Rechtschreibung beibehalten.
  24. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 37.
  25. Diese Bezeichnung spielt auf Ps 94,1 an, dessen erste Worte zweimal den „Gott der Rache“ (el nekamot) anrufen.
  26. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 38.
  27. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 46 f.
  28. Ebd., 52.
  29. Ebd., 53.
  30. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 41.
  31. Eine Aufnahme davon ist verfügbar: http://www.youtube.com/watch?v=rY4GnquFCmE (Abfrage 18.4.2013).
  32. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 169.
  33. Bialik selbst schrieb sowohl jiddisch wie hebräisch, beides war ihm geläufig. Von Gustav Karpeles ausgehend schreibt Jacob Allerhand über diese Koexistenz: „Das Hebräische entspricht mit seinen strengen Regeln der strengen Halacha, das Jiddische mit seinem gefühlsbetonten Manierismus hingegen der lieblichen Haggada. Beide bilden den Talmud, ein Werk[,] das Einheit und Kohärenz demonstriert.“ (Jacob Allerhand, Jiddisch. Ein Lehrund Lesebuch, Wien 2001, 100). Dass der Talmud hauptsächlich in Aramäisch verfasst ist, zeigt zudem, dass die jahrhundertelange Dominanz des Aramäischen im Judentum das Hebräische so wenig bedroht hat, wie es die Entfaltung des Jiddischen bedrohen konnte.
  34. Einiges davon findet sich in der hier mehrfach herangezogenen Anthologie Abraham Sutzkever, Geh über Wörter (Anm. 1), die in seinem Todesjahr 2009 ediert wurde.
  35. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 45.
  36. Aharon Appelfeld, Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen. Roman. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Berlin 2012, 25–37. Anm. d. Red.: Vgl. die Rezension von Wolfgang Treitler in: FrRu NF 19 (2012) 301 f.
  37. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 117.
  38. Jacob Allerhand, Jiddisch (Anm. 33), 107.
  39. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 49.
  40. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 77–82, 87, 90, 126, 128, 173, 177 f.
  41. Ebd., 17, 87.
  42. Ebd., 96 f., 126, 137 f., 140, 142, 149, 161, 164.
  43. Ebd., 161, 171, 173.
  44. Ebd., 24 f., 51, 110.
  45. Ebd., 29, 49, 61, 66, 88, 104, 129, 160, 169.
  46. Ebd., 177 f.
  47. Ebd., 38, 54, 71, 81, 89, 136 f. u. ö.
  48. Ebd., 46 f., 52 f., 89, 99–103, 112, 120, 141 f., 158 f., 178.
  49. Ebd., 21, 25, 108.
  50. Ebd., 126.
  51. Ebd., 65.
  52. Ebd., 163.
  53. Abraham Sutzkever, Grünes Aquarium / Griner Akwarium. Kurze Beschreibungen / Kurtse Baschrajbungen. Jiddisch und deutsch. Übersetzt von Jost G. Blum / Michael von Killisch-Horn / Mirjam Pressler. Umschrift und Nachwort Jost G. Blum, Frankfurt am Main 1996, 49–51.
  54. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 32.
  55. Avot 3:18; vgl. dazu auch: Abraham J. Heschel, Der Mensch – heiliges Bild, in: Ders., Die ungesicherte Freiheit. Essays zur menschlichen Existenz. Aus dem Englischen übersetzt von Ruth Olmesdahl, Neukirchen-Vluyn 1985, 124–136, bes. 132.
  56. Abraham Sutzkever, Gesänge vom Meer des Todes (Anm. 7), 112; diese beiden Zeilen sind das Ende eines achtzeiligen Gedichts, das er nach seiner Zeugenaussage in Nürnberg am 27.2.1946 geschrieben hat.
  57. Ebd., 173.
  58. Heather Valencia, Sutzkevers Leben und Lyrik (Anm. 1), 68.
  59. Benny Mer, Abraham Sutzkever, 1913–2010. „A divine providence has been removed”, in: Haaretz, January 22, 2010, A 4.

Heft 1 / 2014, S. 2−10.


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