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Eva Johanna Schauer

Die Träume der Josefserzählung

Die Lebensgeschichte Josefs, des Lieblingssohnes des Patriarchen Jakob, nimmt im Buch Genesis breiten Raum ein.1 Seine Entwicklung vom bevorzugten Sohn und Träumer zum Wirtschaftsminister und Landesvater Ägyptens entspricht dem Material, aus dem noch heute erfolgreiche Filme gedreht werden.2 In drei Kapiteln seiner Lebenserzählung nehmen Träume eine tragende Funktion ein – sechs Träume zu je drei Paaren. Zuerst träumt Josef zwei Träume.

Josefs erster Traum 

Josefs erster und zweiter Traum (Gen 37,5–9).
London, British Library,
Or. ms. 2884, fol. 6r, a.

Im ersten Traum (Gen 37,5–7) binden die zwölf Brüder Garben auf dem Feld. Die Garbe Josefs steht in der Mitte und richtet sich kerzengerade auf, während sich die Garben der Brüder nach unten biegen und sich vor Josefs Garbe verneigen.

Dem ersten Traum folgt ein zweiter Traum:

„Er erzählte ihn seinen Brüdern und sagte: [...] Die Sonne, der Mond und elf Sterne verneigten sich tief vor mir“ (37,9).

Josefs Stern ist die Mitte eines Kreises aus elf Sternen. Nicht nur die Brüder, auch die Himmelskörper verneigen sich vor ihm. Das zweite Traumpaar – Josef ist bereits in Ägypten und sitzt unschuldig im Gefängnis – wird von zwei Mitgefangenen Josefs geträumt, dem königlichen Mundschenk und dem königlichen Hofbäcker, in derselben Nacht (40,5).

 

Der Traum des
Obermundschenks und
der Traum des
Oberbäckers
(Gen 40,5–19).
London, British Library,
Or. ms. 2884, fol. 7v, a.

Traum des Bäckers und des Mundschenks
Der Mundschenk träumt (40,9–11), dass vor ihm ein Weinstock mit drei Reben wächst, der sich prächtig entwickelt und reife Trauben trägt. Der Mundschenk drückt im Traum den Saft der reifen Trauben in den Becher des Pharao, der ihn aus der Hand des Mundschenks entgegennimmt. Der Hofbäcker träumt (40,16 f.), dass er auf seinem Kopf drei weiße Körbe trägt, in denen Brot liegt. Dann kommen Vögel, picken an dem Brot und fressen es.

Zwei Jahre später träumt der Pharao zwei Träume. Beim ersten Traum (41,1–4) steigen sieben schöne, fette Kühe aus dem Nil und weiden an seinen grünen Ufern. Da tauchen plötzlich sieben hässliche, magere Kühe aus dem Wasser auf, stürzen sich auf die sieben fetten Tiere und verschlingen sie. Doch die mageren Kühe werden durch das Fressen nicht fetter, sondern bleiben ein Klappergerüst.

Pharaos Traum 

Der Traum des Pharao (Gen 41,1–36).
London, British Library,
Add. ms. 27210, fol. 7r, a.

 
Der Pharao erwacht von seinem Traum, schläft aber wieder ein und träumt gleich einen zweiten Traum (41,5–7): Sieben wunderbar gewachsene Ähren, über und über voll mit Körnern, sieht er vor sich an einem Halm wachsen. Dann gehen sieben dürre, vom Ostwind ausgedörrte Ähren auf, umschlingen die fetten Ähren und erdrücken sie.

Der Text der Josefsgeschichte ist wahrscheinlich 2500 Jahre alt. Die Forschung glaubt heute, dass die Erzählung zu weiten Teilen ein frei erfundener Roman ist, der eine Verbindung zwischen den Vätergeschichten und Mose schaffen soll. Für die Eingangskapitel mit den Traumbildern dürfte es aber Vorlagen gegeben haben, denn bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass die Traumpaare an entscheidenden Punkten im Leben Josefs vorkommen. Sie begleiten deutlich sichtbar einen „rite de passage“, einen Übergangsritus. Die drei Elemente dieses „Übergangsritus“ werden von dem Ethnologen Arnold van Gennep beschrieben als Bruch mit der alten Gemeinschaft, gefolgt von einer „Schwellenphase“ und dem Verharren in einer Grenzsituation, in einem „sakralen Raum“, bis schließlich die Auferstehung und die Aufnahme in eine neue Gemeinschaft mit höherem Status erfolgt.3 Den Schritten eines solchen Ritus folgt die Erzählung in loser Form. Auch die Deutung der drei Traumpaare in der Bibel steht in einem rituellen Kontext.

Josef ist siebzehn, als er von den Garben und den Himmelskörpern träumt, ein Lebensalter an der Schwelle vom Jüngling zum Mann. Mit seinen elitären Träumen grenzt er sich selbst aus der Familienordnung aus. Das Einvernehmen ist gestört. Es kommt zum Bruderzwist. Er wird von seiner Familie getrennt, von seinen Brüdern an midianitische Kaufleute verkauft und nach Ägypten gebracht (Gen 37,28). Der Bruch mit der alten Gemeinschaft könnte stärker nicht sein.

Als Josef wieder mit Träumen konfrontiert wird, ist er im vierten „Lebensjahrsiebt“ (zwischen 28 und 35 Jahren). Er befindet sich in einer absoluten Grenzsituation. Nach ambivalenten Erfahrungen sinkt er noch tiefer als ein Sklave und wird ein Gefangener. Das Gefängnis ist ein dunkler Ort, in dem die Insassen gleichsam lebendig begraben sind. Die Traumnacht in der sogenannten liminalen Phase (Schwellenzustand) des Ritus ist die Nacht der Entscheidung. Daher steht zunächst die Zwei im Mittelpunkt: zwei Träume werden von zwei verschiedenen Träumern geträumt. Das Ergebnis ist offen. Josef wird der Deuter. Der Mundschenk wird wieder eingesetzt, den Oberbäcker aber lässt der Pharao hinrichten (Gen 40,21 f.). Die liminale Phase ist die Zeit der Reifeprüfung, das notwendige Absterben des Samenkorns in der dunklen Erde, damit es fruchtbar werde.

Josefs Traumdeutung erweist sich als überzeugend. Seine ihm von Gott verliehene Weisheit führt ihn mit dreißig Jahren in die Freiheit. Er sagt durch die Träume des Pharao die sieben fetten und die sieben mageren Jahre voraus. Der Übergang in den nächsten Lebensabschnitt gelingt. Josef ist nun ein Wissender. Er wird in die neue Gemeinschaft aufgenommen, und er wird ein Teil von ihr durch seine Heirat mit einer Ägypterin, „Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On“ (Gen 41,50). Er erhält einen neuen Namen (Zafenat-Paneach) und einen höheren Status und erreicht nach zwölf harten Lehrjahren seine Vollendung in einer Art „Vergöttlichung“, denn er wird auf die Ebene des gottgleichen Pharao erhoben.

Die in den Traumbildern benutzte Symbolik hat große Auffälligkeiten. Sie kennt kein wirkliches Traumgeschehen, ist formelhaft, schematisch, schablonenartig, wiederkehrend und benutzt nur Bilder mit religiösen Dimensionen.

Die Träume Josefs bilden jeweils zwei geschlossene Kreise. Ein Kreis wird aus Garben gebildet, der andere aus elf Sternen; Sonne und Mond stehen dabei. Beide Male besteht der Kreis aus elf Teilen und einem markierten Mittelpunkt (die Zwölf) aus zwei geschlossenen Systemen. In dem einen Kreis ist das Leben auf der Erde, im andern ein Geschehen am Himmel angezeigt. Die Zwölf als Zahl der Vollkommenheit bestimmt die Kreisbilder. Der Kreis versinnbildlicht sowohl die ewige Wiederkehr des Lebens wie auch Zeit ohne Anfang und Ende.

Im zweiten Traumpaar bilden der Weinstock mit drei Reben und ein Kopf, auf dem drei Körbe gefüllt mit Brot stehen, die Symbole. Die Träume mit der Zahl drei als Zeitspanne von drei Tagen sind ein Hinweis auf Wandlung und Erlösung, denn „drei Tage“ entspricht dem Zyklus von Tod und Auferstehung. Weinstock und Brot, ebenfalls ein Bild der Wandlung, stehen dazu für die göttliche Gegenwart. Das Rot der Trauben und das Weiß der Körbe versinnbildlichen Leben und Tod, Blut (Geist) und Leib.

Das letzte Traumpaar wird von der Sieben getragen, denn zweimal geht es in den Träumen des Pharao um diese Zahl (insgesamt also viermal, was 28 ergibt, das Lebensalter Josefs, als er die Träume im Gefängnis deutet). Die Sieben ist die heilige Zahl, die Gott und Mensch zusammenschaut. Sie ist wiederum ein Symbol für Himmel und Erde, für Vollendung, für die Ordnung des gesamten Kosmos.

Kuh und Ähre erinnern an Fruchtbarkeit, Saat und Ernte. Leben und Tod, Aufsteigen und Absteigen sind in Pharaos Traumbildern zu erkennen. Auch Himmel und Erde werden symbolisch angezeigt, denn die Kuh ist nicht nur ein Fruchtbarkeitssinnbild der Erde, sondern auch ein himmelsgöttliches Wesen, – man denke nur an das goldene Kalb oder an die Göttinnen Hathor oder Isis, die mit Kuhhörnern und Kuhohren dargestellt werden.

Alle Traumpaare fassen Diesseits und Jenseits zusammen und zeigen eine ganzheitliche Bildvorstellung. Das Ritual der „himmlischen Hochzeit” als symbolische Vereinigung von Gegensätzen drängt sich auf. Mit diesem Ritual wird im Bild einer Hochzeit das „mysterium coniunctionis” gefeiert, die Überbrückung unüberwindlicher Schranken in einer symbolischen, liebenden Umarmung. Aus dieser Umarmung erwächst Neues, wird ein Reifeprozess angestoßen, der Wiedergeburt und Erlösung ermöglicht, weil die Umarmung die Teilhabe an der Natur des jeweils anderen Teils garantiert.4 Das Geschehen der „himmlischen Hochzeit“ wird von den Fruchtbarkeitsmysterien früher Kulturen als Erklärung für den Regenerationszyklus der Schöpfungsordnung aufgenommen. Ihr Erscheinen führt tatsächlich weit zurück in das 3. bis 2. Jahrtausend v. d. Z. zu den Ursprüngen von Religionen, die noch heute zu diesem Kulturkreis gehören.

Die Riten der Fruchtbarkeitskulte gelten allgemein als Wissen von Eingeweihten und Priestern. Der frühe Mensch durchläuft solche Riten mit dem Ziel, eine Verwandlung zum Gott-Menschen zu erfahren. Mit der Vorgabe eines „rite de passage“ und der eben erläuterten Symbolik lesen sich die Traumbilder wie ein liturgisches Konzept eines Initiationsritus. Die ersten Träume beschreiben Kreisbilder, die symbolisch gesehen durch die Zahl Zwölf eine geschlossene Gemeinschaft anzeigen, in deren Mitte der Initiand steht. Er wird als Prüfling aufgenommen, und im Verneigen wird dem Initianden, dem harte Prüfungen bevorstehen, Achtung bezeugt. So gesehen wird hier eine mystische Einweihungszeremonie abgebildet.

Im zweiten Traumgeschehen befindet sich der Initiand in der Prüfungsphase in einem dunklen Raum mit sakralem Charakter (Brot und Wein). Der Reifezustand formt sich im Begraben des Leibes (der Bäcker wird gehängt) und in der Erlösung des Geistes (der Mundschenk überlebt). Im Rahmen der Initiation beschreibt dieser Vorgang eine Katharsis. Die Auferstehung ist nicht nur durch die Erhöhung und die neue Gemeinschaft geprägt, sondern durch das Wissen vom ewigen Leben, das im immer wiederkehrenden Zyklus von Geburt und Tod besteht (die Kühe kommen aus dem Wasser), und durch die Kenntnisse um die alles erhaltende Wiederkehr der Regeln für Saat und Ernte (Ähren brauchen den Wind – ruach/Geist). Der Initiand hat einen priesterlichen Status erreicht. Die Entdeckung der rituellen Abfolge einer Initiation, die in frühe Schichten religiöser Kulte lange „vor Abraham“ zurückführt, eröffnet noch eine weitere Deutungsebene der Träume.

Bei den Traumbildern fällt ins Auge, dass sie eine Bildhaftigkeit benützen, die man auf den ersten Blick nicht mit Josefs Umfeld im Lande Kanaan verbindet. Die Bilder gehören eher in das Herkunftsgebiet von Josefs chaldäischen Vorfahren und ins Zweistromland. Die Chaldäer haben ihre Geschichten, Dokumente und Kulte aus der Betrachtung des Himmels gewonnen. Sie sind im 3. Jahrtausend v. d. Z. führend auf dem Gebiet der Astronomie und lesen den Nachthimmel wie eine Landkarte.

Die Kanonisierung des Sternenwissens und die Verknüpfung mit Religion führt zum Niedergang der astronomischen Wissenschaft.5 Übrig bleiben mythologische Erzählungen, in die das astronomische Wissen umgeformt wird. Den wirklichen Hintergrund jener Mythen und Bilder kann schon bald niemand mehr decodieren.

Heute weiß man, dass z. B. das Gilgamesch-Epos die Reise des Merkur durch die Ekliptik beschreibt.6 Auch die Bilder der Josefsträume lassen eher an astronomische Vorgänge denken als an Traumgeschehen. Die Zahl Zwölf im Sternbild verrät den Zodiak mit Sonne und Mond als entscheidende Zeitträger bei ihrem Durchzug durch den Tierkreisgürtel. Die Garben symbolisieren die Sternbilder des Zodiak mit einem Hinweis auf die Ernte. Auch Mundschenk und Bäcker finden sich am Himmel. Die Weinschenkin ist ein Stern im Sternbild Skorpion, der bis zur Entdeckung der Waage auf das Sternbild Jungfrau folgt.7 Der Kopf des Bäckers mit den Körben und den Brotfladen symbolisiert den Mond in seinen diversen Phasen. Erscheint nämlich die Weinschenkin über dem Himmelshorizont, geht sie dort ein halbes Jahr über dem Horizont auf, während der Mond genauso lange hinter dem Horizont untergeht – bildlich gesprochen in die Unterwelt, in die Welt des Todes, hinabsteigt.8

Kuh und Ähre gehören am chaldäischen Himmel zusammen. Das Sternbild Stier und das Siebengestirn, die Plejaden, stehen in enger Verbindung. Auf Keilschrifttafeln heißt es, dass, wenn der Stier in der Morgendämmerung zum letzten Mal ganz zu sehen ist, der Landmann pflügen und säen muss. Steigt der Stier zusammen mit dem Siebengestirn – dargestellt als Ähre mit sieben Punkten – wieder auf, ist die Zeit der Ernte gekommen. „Nahrung ist reichlich vorhanden”, heißt es auf der Tafel.

Diese Abfolge von Aufsteigen und Absteigen des Stiers gilt für den Süden Mesopotamiens, wo die Ernte im März stattfindet. Im nördlichen Euphratgebiet, also auch dort, wo die Stämme Abrahams herkommen, wird im September geerntet. Deshalb wird dort gepflügt und gesät, wenn der Stier mit dem Siebengestirn zusammen aufsteigt; geerntet wird, wenn man ihn zum letzten Mal sieht. Wird dieser Zeitpunkt des Pflügens und Säens verpasst, kommt es zu Missernten.9

Ein kleiner Abschnitt aus dem Gilgamesch-Epos bezieht sich darauf: Die Göttin Ischtar ist über den Himmelsstier erzürnt und will ihn zur Erde in den Euphrat schicken. Ihr Vater, der Gott Anu, warnt, dass ein Nichterscheinen des Stiers am Himmel sieben Jahre Stroh statt Getreide bedeutet, – für jeden Stern der Plejaden ein Jahr Missernte. Es wird hier wörtlich von sieben fetten und sieben mageren Jahren gesprochen.10 Die Ähnlichkeit der chaldäischen Himmelswelt mit den Traumbildern ist frappierend. Möglicherweise haben Himmelsinstruktionen als Mythos umgeformt überlebt und werden in einer rituellen Struktur weitererzählt.

Der Verfasser der Josefserzählung, der wahrscheinlich um das 5. Jh. v. d. Z. schreibt, lebt in einer Zeit des religiösen Umbruchs. Die Einflüsse der babylonischen Gefangenschaft sind noch zu spüren, genauso wie Fremdgedanken aus dem persischen Raum und die einsetzende Überflutung mit griechisch-religiösem Brauch. Der hebräische Kult steht in ständiger Gefahr, von „Fremdgut” überlagert zu werden, und sucht nach Abgrenzung. Die mythologischen Fremdbilder11 werden daher geschickt umgedeutet und in die Welt des Judentums verschoben, und der Ablauf des Ritus sinnvoll in eine reale und packende Entwicklungserzählung eingebaut. Der Autor weist der Erzählung eine deutliche Richtung zu, die er dann seinen Protagonisten Josef still, aber wirkungsvoll vertreten lässt: das unbeirrte Festhalten an dem Gott der Väter, dem Gott Israels, entgegen allen fremden religiösen Einflüssen.


* Eva Johanna Schauer, 1997–2001 Studium der Religionswissenschaft mit Schwerpunkt Judaistik, freie wissenschaftliche Referentin und Dozentin für Erwachsenenbildung in Hannover. Veröffentlichungen u. a. Dramaturgia Pietatis im Württemberg des 17. Jahrhunderts. Prinzessin Antonia und ihre kabbalistische Lehrtafel (Diss. Hannover 2003; vgl. FrRu NF 13 [2006] 242–255). Eva Johanna Schauer / Eberhard Fritz / Elisabeth Frister (Hg.), Bildung – Glaube – Seelenheil. Das Vermächtnis der Prinzessin Antonia von Württemberg. Die Teinacher Lehrtafel, Lindenberg/Allgäu 2014.

  1. Die Kapitel 37, 39 bis 50. Kapitel 38 erzählt die Familiengeschichte des Juda.
  2. Vgl. die Verfilmung von Thomas Manns Roman-Tetralogie Joseph und seine Brüder mit Uraufführungen
    in Düsseldorf (2008), Berlin (2012), Wien (2013).
  3. Vgl. Eva Schauer, Dramaturgia Pietatis, Hannover 2003, S. 127.
  4. Ebd., S. 126. Auch das Judentum kennt dieses Ritual z. B. in der Kabbala oder in der allegorischen Deutung des Schir ha-schirim (Hohelied).
  5. Werner Papke, Die Sterne von Babylon, Bergisch Gladbach 1989, S. 28.
  6. Ebd.
  7. 2340 v. d .Z. führt der akkadische König Sargon im Zuge einer Kalenderreform die Waage (Gerechtigkeit des Himmels) ein; vgl. Werner Papke (Anm. 4), S. 28, 136. Auch wenn das Judentum sich schon früh vom „Sternenglauben” abgegrenzt hat, sind doch babylonisch-chaldäische Einflüsse und Vorlagen im Tanach nicht von der Hand zu weisen.
  8. Geschtinanna, die Weinschenkin, ist die Schwester des Dummuzi (Mond), vgl. Werner Papke (Anm. 4), S. 181.
  9. Vgl. Werner Papke (Anm. 4), S. 50.
  10. Herbert Mark, Heldensagen aus aller Welt, Wien 1973, S. 18 f.
  11. In Akkad regierte von 2356 bis 2300 v. d. Z. König Sargon, der Begründer des Geschlechts der Akkader. Unter seiner Herrschaft standen Kunst und Kultur in hoher Blüte. Sargon, Herrscher des Weltalls oder Gerechter des Himmels genannt, war – so die Legende – Mundschenk des Königs Ur-Zababa von Kisch, bevor er selbst König wurde.

Jahrgang 22 / 2015 Heft 1 S. 35−42


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