Freiburger Rundbrief Freiburger Rundbrief
    Leseproben > Rezensionen ab Jg. 2001 > 1415  

Home
Leseproben
Artikel ab Jg. 2001
Rezensionen ab Jg. 2001

Inhalt Neue Folge
Archiv Neue Folge

Inhalt der Jg. vor 1993
Archiv vor 1986

Gertrud Luckner
Bestellung/Bezahlung
Links
Artikel
Mitteilungen
Rezensionen
 
XML RSS feed
 
 
Display PRINT friendly version
American Jewish Committee / Konrad-Adenauer-Stiftung (Hg.)

Turning the Tide of Christian-Jewish Relations

Es ist kein Geheimnis, dass sich seit 2002 alljährlich eine offizielle Delegation des israelischen Oberrabbinats mit hochrangigen Vertretern der Katholischen Kirche zur Erörterung von Fragen gemeinsamen Interesses trifft. Allerdings wissen nur relativ wenige Eingeweihte, welche Problembereiche bei diesen Konferenzen, die abwechselnd in Jerusalem und in Rom stattfinden, bisher besprochen worden sind. Daher ist die Veröffentlichung dieser schmalen Broschüre zu begrüßen, die einem größeren Leserkreis Einblicke in die Arbeit der Bilateralen Arbeitskommission gewährt.

Gleich vier Anlässe beeinflussten die Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt: (1) der 50. Todestag von Papst Johannes XXIII. (3. Juni 1963), (2) die Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. und von Papst Johannes Paul II. am 27. April 2014, (3) das 10. bilaterale Treffen der Vatikanischen Kommission für religiöse Beziehungen zum Judentum und Vertretern des israelischen Oberrabbinats und (4) die Heilig-Land-Reise von Papst Franziskus (24. bis 26. Mai 2014). Nachzulesen sind die gemeinsamen Abschlusserklärungen (Joint Statements) der bisherigen neun Tagungen (2003 bis 2013). Dabei handelt es sich nicht um ausführliche Sitzungsprotokolle, sondern um knappe Zusammenfassungen. Im Mittelpunkt jeder Konferenz steht ein bestimmtes Thema, z. B. 2012 die (Welt-)Finanzkrise aus religiöser Perspektive. Die Ergebnisse werden jeweils in der Form von Thesen und Empfehlungen zusammengefasst. Die zahlreichen Empfehlungen der Arbeitskommission können hier nicht vorgestellt, geschweige denn diskutiert werden. Damit müsste sich eine separate Studie befassen.

Im „Vorwort“ erläutern Rabbiner David Rosen, Direktor des American Jewish Committee (AJC), und Staatssekretär em. Michael Mertes von der Konrad-Adenauer-Stiftung die Bedeutung dieser Dokumentation. Sie heben mit Recht hervor, diese kleine Publikation beweise eindeutig, dass im christlich-jüdischen Dialog in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erzielt worden sind. Was die Fachleute erarbeitet haben, müsse nun der Basis vermittelt werden. Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben des christlich-jü dischen Dialogs: das Wissen um die veränderten Positionen im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens und im Interesse der Wahrheit an alle Schichten jeder Gemeinschaft (grassroots) weiterzugeben.

Als Zeichen der Partnerschaft, aber auch, um ein erweitertes jüdisches und christliches Publikum anzusprechen, wurde das Heft zweisprachig gestaltet: Hebräisch und Englisch. Wünschenswert wäre eine Übersetzung ins Deutsche.

Yizhak Ahren, Jerusalem


Jahrgang 21 / 2014 Heft 4 S. 288−289

 



top