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Christoph Michel

Alwin Renker zum Gedenken (19312013)

„Haben wir nicht alle denselben Vater?
Hat nicht der eine Gott uns alle erschaffen?
Warum handeln wir dann treulos, einer gegen den andern,
und entweihen den Bund unserer Väter?“
(Maleachi 2,10)

Am Morgen des 6. Dezember 2013 verstarb zweiundachtzigjährig der um den Verein und die Zeitschrift „Freiburger Rundbrief“ als langjähriger Erster Vorsitzender und Herausgeber hochverdiente Msgr. GProf. Dr. Alwin Renker. Sein pastorales und religionspädagogisches Lebenswerk ist an anderer Stelle gewürdigt worden1, am unmittelbarsten innerhalb der bewegenden Trauergottesdienste an den Orten seines Wirkens als Seelsorger der Adelhauser Kirche in Freiburg und in seiner Wohngemeinde Ofnadingen sowie bei der Beerdigung in seinem Geburtsort Hemsbach a. d. Bergstraße.

Dr. Alwin Renker

Beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden, Juni 2011.

Foto: Privat.

 

Alwin Renker 
Was der „Freiburger Rundbrief“ ihm verdankt, haben zu Alwin Renkers 70. und 80. Geburtstag in dieser Zeitschrift erschienene Beiträge berichtet.2 Im Rückblick erscheint sein Weg zum „Rundbrief“ bereits in frühen Jahren vorgezeichnet. Seit 1958 katholischer Priester, seit 1962 Religionslehrer an Gymnasien, erwarb er 1964 zusätzlich die Lehrbefugnis für biblisches Hebräisch, das er in den folgenden Jahren auch als Dozent an der Universität Freiburg/Br. unterrichtete. Schon am Beginn seines Studiums (Freiburg 1952) begegnete er dem ihn prägenden, nach seinen eigenen Worten „den entscheidenden Anstoß zum Forschen“ gebenden Lehrer, dem Alttestamentler Alfons Deissler, Betreuer seiner 1974 abgeschlossenen (1977 eingereichten, im Jahr darauf publizierten) Dissertation, der Studie „Die Tora bei Maleachi – Ein Beitrag zur Bedeutungsgeschichte von Tora im Alten Testament“. Seither ließ ihn das Thema der „Propheten“ nicht mehr los.

Wie Deissler in seinem weitverbreiteten Buch „Die Grundbotschaft des Alten Testaments“ (1972) suchte auch Renker die „zentralen alttestamentlichen Gedanken verkündigungsnah [...], auf den geschichtsmächtigen Gott bezogen“, zu vermitteln (so in der 1990 erschienenen Handreichung „Propheten – das Gewissen Israels. Anregungen für Unterricht und Verkündigung“), zugleich aber auch den Blick auf die „Zentralen Themen des Neuen Testaments“ (Studienhefte 1990, 21994), insbesondere auf Gestalt und Wirken des Apostels Paulus (in: Lesarten des jüdisch- christlichen Dialoges. FS Clemens Thoma 2002) zu richten.

Seine innere Nähe zum Konzept des „Freiburger Rundbriefs“ (die ‚Verständigung zwischen den Angehörigen des Alten und des Neuen Gottesvolkes‘) wird Alwin Renker zu ersten Beiträgen (1979) veranlasst haben. Daraus wurde eine immer umfassendere Aufgabe, seit er 1983 das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Freiburger Rundbrief e. V. übernahm, wobei – so seine eigene Erinnerung – Gertrud Luckner ihn „in einem eindrucksvollen Privatissimum, das auch nicht den geringsten Widerspruch duldete, in die Mitarbeit hineingepredigt“ habe.3

Als 1993, zwei Jahre vor dem Tod Gertrud Luckners (1995), die Neugründung des Vereins und (nach einem Vakuum seit 1986/87, dem letzten von Gertrud Luckner betreuten Jahrgang) die Fortführung der Zeitschrift (als „Freiburger Rundbrief. Neue Folge“) beschlossen wurde, übernahm Alwin Renker das Amt des Ersten Vorsitzenden und die Funktion des Herausgebers der Zeitschrift (Hauptschriftleiter: Prof. Dr. Clemens Thoma). Seit 1998 (dem Jahr seiner Pensionierung als Direktor des Instituts für Religionspädagogik) widmete er den Großteil seiner Arbeitskraft dem „Rundbrief“ als Autor, Mit-Redaktor, Organisator, Repräsentant (regelmäßig auf Katholiken- und Evangelischen Kirchentagen) und als Mäzen. Sein Wissen und seine Begeisterung für die Anliegen des „Rundbriefs“, sein kommunikatives Wesen und seine Großzügigkeit sind legendär. Immer ging es ihm um ein auf Versöhnung und Begegnung gegründetes Verhältnis zwischen Christen und Juden. Das Weiterbestehen des „Freiburger Rundbriefs“ ist uns Vermächtnis und Auftrag.


  1. Siehe „Badische Zeitung“, 9. Dezember 2013, S. 35.; siehe auch die Zuschrift von Dr. Werner Trutwin in diesem Heft, S. 158.
  2. FrRu NF 8 (2001) 290 f.; 19 (2012) 75 f.
  3. Mitteilung von Elisabeth E. Weidinger.

Jahrgang 21 /2014 S. 82 f.


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