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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 19 / 2012 Heft 4

Im Januar 2012 wurden in Israel die Ergebnisse einer Studie zum Thema Glauben, Glaubenspraxis und Werte (A Portrait of Israeli Jews. Beliefs, Observance, and Values of Israeli Jews) aus dem Jahre 2009 veröffentlicht. 2803 israelische Juden im Alter von über 20 Jahren waren befragt worden. 84 % der Befragten antworteten: „Ja, es gibt einen Gott.“ Für 85 % ist die Einhaltung der traditionellen jüdischen Feiertage wichtig (tun es jedoch nur selektiv), 67 % essen kein Chametz (gesäuertes Brot) an Pessach, 86 % fasten an Jom Kippur, 76 % essen zu Hause koscher, 70 % auch außerhalb, 72 % essen niemals Schweinefleisch, die meisten aus religiösen Gründen. 87 % sind für Aliya (Einwanderung von Juden) und die sofortige Einbürgerung, 53 % befürworten Staatsbürgerschaft und Einwanderung auch für nichtjüdische Ehepartner. 58 % plädieren dafür, dass am Schabbat öffentlicher Personenverkehr und die Öffnung von Einkaufszentren erlaubt sein sollen, 60 % für Sportveranstaltungen und kulturelle Aktivitäten am Schabbat; 51 % sind für die Einführung der Zivilehe. Zur vollständigen Studie:
http://www.idi.org.il/sites/english/events/Other_Events/Documents/GuttmanAvi-ChaiReport2012_EngFinal.pdf

Die Hebräische Universität hat am 19. März 2012 das „Albert Einstein Archiv“ online gestellt. Albert Einstein (1879–1955) war einer der Mitbegründer der Hebräischen Universität Jerusalem. Sein Geburtstag wird in Israel als Tag der Wissenschaft begangen. Das Archiv (http://www.alberteinstein.info/) beinhaltet die gesamte Einstein-Sammlung der Hebräischen Universität mit mehr als 80 000 Dokumenten. Etwa die Hälfte der Dokumente sind persönliche Unterlagen Einsteins, der Rest sind weitere Schriften von und über Albert Einstein. Das Archiv ist unterteilt in die Rubriken: wissenschaftliche Arbeiten, das jüdische Volk, die Hebräische Universität, öffentliche Aktivitäten und Privatleben.

Dem Schweizer Polizeikommandanten Paul Grüninger, der entgegen offizieller Anordnungen zwischen 1938 und 1939 Hunderten von jüdischen Flüchtlingen den rettenden Weg in die Schweiz öffnete, wurde am 6. Mai 2012 eine Brücke gewidmet. Die Benennung der Paul-Grüninger-Brücke am Grenzübergang Hohenems (Öst.) – Diepoldsau (Schweiz) soll, so die Initiatoren (Paul Grüninger Stiftung, Jüdisches Museum Hohenems, Grüne Kanton St. Gallen, Die Grünen Vorarlberg, Stadt Hohenems, Kanton St. Gallen und Land Vorarlberg), auch an alle bekannten und unbekannten Menschen erinnern, die sich für die Rettung von NS-Verfolgten einsetzten. Neben offiziellen Vertretern nahmen auch Familienmitglieder von Überlebenden sowie die Tochter Grüningers, Frau Ruth Roduner-Grüninger, an der Feier teil.

Übergriffe auf jüdische Einrichtungen und Denkmäler und Friedhöfe: Bei einem Anschlag vor einer jüdischen Schule in Toulouse am 19. März 2012 hat der Attentäter Mohamed Merah zwei Kinder und einen Erwachsenen erschossen.
Ende Juni 2012 wurden auf dem Wiener Zentralfriedhof die Grabsteine von 43 jüdischen Gräbern umgestoßen.
Auf dem jüdischen Friedhof in Wysokie Mazowieckie im Nordosten Polens haben Vandalen Grabsteine und Gedenktafeln mit Hakenkreuzen, mit am Galgen hängenden Davidsternen und mit der Parole „Hier ist Polen, nicht Israel“ beschmiert.
In Wiesloch (Baden- Württemberg) wurde am 31. Januar 2012 der jüdische Friedhof geschändet, am 2. Juni der Friedhof von Szekesfehervar in Ungarn, am 4. Juni der Friedhof von Hohenems (Öst.).
In Budapest wurde am 22. Mai 2012 das Wallenberg-Denkmal mit Schweinefüßen behängt. In ähnlicher Weise war 2009 in Budapest das Denkmal am Donauufer (sechzig Paar Schuhe aus Metall zum Gedenken an die Erschießungen von ungarischen Juden 1944 und 1945 durch Pfeilkreuzler) geschändet worden.

Die Theologische Fakultät der Universität Zürich und das Zürcher Lehrhaus veranstalteten am 26. März 2012 eine Feier zum 65. Geburtstag von Prof. Stefan Schreiner (Tübingen). Der Theologe, Judaist und Arabist Schreiner, dazu des Polnischen und Russischen mächtig, ist als Vermittler solider Kenntnisse im interreligiösen Dialog europaweit geschätzt und gesucht. Als Festschrift wurde dem Jubilar eine Sammlung von Aufsätzen Schreiners zur Auslegung von Themen und Texten der jüdischen Bibel im Koran und in der islamischen Tradition überreicht: Friedmann Eißler / Matthias Morgenstern (Hg.), Stefan Schreiner, Die jüdische Bibel in islamischer Auslegung. XIX, 407 S., TSMJ; 27, Mohr Siebeck, Tübingen 2012. (Simon Lauer)

Am 10. Mai 2012 wurde an der Gertrud- Luckner-Gewerbeschule in Freiburg die Gertrud-Luckner-Bibliothek (G-L-B) eröffnet. Franz Brockmeyer, der ehrenamtliche Leiter der G-L-B, hat den Bestand von mehr als 700 Exemplaren des Buchnachlasses Gertrud Luckners in enger Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Freiburg erschlossen und katalogisiert. Weitere Teilbestände gingen an den Deutschen Caritasverband und an die Universitätsbibliothek Freiburg. Über den Nachlassbestand hinaus enthält die G-L-B derzeit ca. 1200 Bücher und digitale Medien in fünf Sachgebiete gegliedert: Judentum; Antisemitismus; Israel und seine Nachbarn; Literatur; Emigration, Migration, Menschenrechte. Auf der Internetseite der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule www.glg-freiburg.de wird es mit Beginn des neuen Schuljahres (2012/13) einen eigenen Link zur „Gertrud-Luckner-Bibliothek“ geben. Neben ihrem Gedächtnischarakter möchte die G-L-B das Leben von Gertrud Luckner der Schulgemeinschaft und den Nutzern als beispielgebend vermitteln, aber auch mit Veranstaltungen zu Dialog und Gespräch einladen.



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