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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 19 / 2012 Heft 3

Die polnische Nationalbank hat am 15. März 2012 zwei Gedenkmünzen im Wert von zwei und zwanzig Zloty herausgegeben in Erinnerung an drei polnische katholische Familien, die von deutschen Besatzern ermordet wurden, weil sie Juden versteckt hatten. Am 15. März 1943 wurden im Haus der Familie Wincenty and Lucja Baranek in Siedliska acht versteckte Juden entdeckt. Die Untergetauchten, das Ehepaar und ihre zwei Söhne wurden erschossen. In Ciepielow hatten Adam and Bronislawa Kowalski zwei jüdischen Nachbarn in ihrem Haus und weitere Juden in anderen Häusern des Dorfes versteckt. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wurden alle Häuser, in denen Juden vermutet wurden, von der deutschen Polizei angezündet. 34 Menschen kamen ums Leben, unter ihnen die Kowalskis und ihre fünf Kinder. Jozef and Wiktoria Ulma hatten acht Juden auf dem Dachboden ihres Hauses in Markowa achtzehn Monate lang versteckt. Sie wurden verraten, Jozef and Wiktoria Ulma, ihre sechs Kinder und die versteckten Juden erschossen. Insgesamt überlebten in Polen zwischen 30 000 und 40 000 Juden dank der Hilfe mutiger Familien.

Ministerpräsident Benyamin Netanyahu empfing während seines Staatsbesuchs in den Niederlanden (Januar 2012) den „Gerechten unter den Völkern“ Professor Johan van Hulst. Van Hulst war von 1942 bis 1960 Leiter der Pädagogischen Akademie der Nederlands Hermvormde Kerk. In dieser Position war er auch für einen Kindergarten verantwortlich, über den er mehr als 500 jüdische Kinder zu sogenannten „sicheren Häusern“ außerhalb Amsterdams schleuste. 1972 verlieh ihm Yad Vashem den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“. Netanyahu überreichte van Hulst zum Dank für die Rettung jüdischer Kinder während der deutschen Besatzung eine Bibel.

Ein Abkommen zur langfristigen Unterstützung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem haben der deutsche Außenminister Guido Westerwelle und der israelische Erziehungsminister Gideon Saar am 1. Febr. 2012 in Jerusalem unterzeichnet. In dem Abkommen sagt Deutschland Yad Vashem für die kommenden zehn Jahre jährlich eine Unterstützung von einer Million Euro zu. Der größte Teil der Mittel soll für den Erwerb von Dokumenten zur Schoa aus der NS-Zeit verwendet werden, die heute in Archiven in Europa liegen. Die Dokumente sollen anschließend der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich gemacht werden. Zusätzlich sollen zukünftig auf der Internetseite von Yad Vashem (www.yadvashem.org) auch Materialien auf Deutsch zugänglich sein. (Ma´ariv, 01.02.12; Newsletter der Botschaft des Staates Israel.)

Am 9. Februar 2012 wurde in Heidelberg der Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz e. V. mit dem Hermann-Maas-Preis des Jahres 2012 ausgezeichnet. Die KZ-Gedenkstätte Neckarelz entstand unter dem Motto „Erinnerung und Zukunft brauchen ein Haus“. Am 16.10.2011 wurde mit einem Festakt der Neubau der KZ-Gedenkstätte Neckarelz eingeweiht. Das Konzentrationslager Neckarelz war von März 1944 bis März 1945 eine Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof. Die Entstehung des Vereins für die KZ-Gedenkstätte geht zurück auf den Beschluss des Mosbacher Gemeinderates im Jahre 1985, die Jahre der Naziherrschaft aufarbeiten zu lassen. Der Hermann-Maas-Preis dient der Förderung des christlich-jüdischen Dialogs und der Erinnerung an die Gräueltaten des Naziregimes. Die Laudatio hielt Professor Dr. Johannes Heil von der Hochschule für Jüdische Studien; Landesbischof Dr. Ulrich Fischer sprach ein Grußwort.

Das Nationale Bildarchiv des Staates Israel hat 150 000 Fotografien zur Einsicht und Weiterverwendung freigegeben:
http://147.237.72.31/topsrch/defaulte.htm

Weitere freie Bild-Angebote:
• Tourismus-Ministerium: http://gallery.tourism.gov.il/pages/main.aspx
• Historische Dokumente und Fotografien des Nationalarchivs:
http://www.archives.gov.il/Archive-Gov_eng
(Newsletter der Botschaft des Staates Israel, Berlin, 15.02.2012).



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