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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 18  /  2011 Heft 1

Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden am 30. August 2010 in Leipzig zwei Rabbiner ordiniert: Shlomo Afanasev aus Taschkent, Usbekistan, und Moshe Baumel aus Vilnius, Litauen. Baumel kam schon 1991 als Kind mit seiner Familie nach Berlin. Beide erhielten ihre Ausbildung an der Talmudhochschule „Yeshiva Beis Zion“ in Berlin und am Rabbinerseminar. Rabbiner Afanasev wird im Land Brandenburg tätig sein, Rabbiner Baumel in Wien an der Zwi Peres Chajes Schule.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am 21.09.2010 im Leo-Baeck-Institut in New York mit der Leo-Baeck-Medaille ausgezeichnet für ihr Engagement für die deutsch-jüdische Aussöhnung. Die Laudatio hielt Werner Michael Blumenthal, seit 1997 Direktor des Jüdischen Museums in Berlin. Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg bei Berlin geboren, 1939 floh die Familie nach Shanghai, und 1947 in die USA. In ihrer Dankesrede sagte Bundeskanzlerin Merkel u. a.: „Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Freude, sagen zu können: Heute haben wir in Deutschland wieder eine der größten jüdischen Gemeinschaften Europas. Wer hätte es für möglich gehalten, dass wir nach den unsäglichen Schrecken des Holocaust wieder ein blühendes jüdisches Leben in Deutschland haben würden? Wir haben dies auch solch mutigen Wegbereitern wie Leo Baeck zu verdanken. Er verkörperte Toleranz und gegenseitigen Respekt zwischen Menschen jeglicher Herkunft. Seine unbeirrbare Haltung des Ausgleichs und der Verständigung war und bleibt Vorbild und Maßstab zugleich.“

Laut einer Meldung der Hebräischen Universität Jerusalem vom 26.07.2010 ist in Israel erstmals ein Text-Fragment mit einem Gesetzestext gefunden worden, der in Teilen dem Codex Hammurabi entspricht. Die Keilschrifttafel aus dem 18./17. Jh. v. Chr., die Archäologen der Hebräischen Universität (HU) in Hazor im Norden Israels entdeckt haben, sind in akkadischer Keilschrift verfasst und beziehen sich auf Fragen des Körperverletzungsrechts in Bezug auf Sklaven und Herren. Sie erinnern teils an ähnliche Rechtssätze des Codex Hammurabi (18. Jh. v. Chr. ), der Mitte des 19. Jh. in Ninive (Iran) gefunden wurde, teils an biblische Gesetze.

Ein weiterer bedeutender Schriftfund, eine auf das 14. Jh. v. Chr. datierte Tonscherbe, ist das bisher älteste Schriftzeugnis, das in Jerusalem gefunden worden ist. Die 2 x 2,8 cm große und 1 cm dicke Scherbe, vermutlich ein Bruchstück aus einer größeren Schrifttafel, enthält akkadische Keilschrift-Symbole. Das Tonfragment wurde bei Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Eilat Mazar nahe der Jerusalemer Stadtmauer gefunden. Die entzifferten Wörter deuten auf eine diplomatische Mitteilung und sind an sich eher unbedeutend; bedeutender ist das hohe Niveau der Schrift, was auf einen Schreiber hinweist, wie sie damals vor allem an Königshöfen zu finden waren. Ein Bezug zu einem königlichen Archiv könnte ein weiterer Beweis sein für die Bedeutung Jerusalems in der späten Bronzezeit, lange bevor König David die Stadt eroberte.

Am Tell es-Safi in der Nähe von Kiryat Gat im Süden Israels haben Archäologen der Bar-Ilan-Universität einen Philistertempel aus der Eisenzeit (10. Jh. v. Chr.) entdeckt. Nach Prof. Aren Maeir „erinnert die architektonische Gestaltung dieses Tempels mit seinen zwei zentralen Säulen an die architektonischen Beschreibungen aus der biblischen Geschichte von Simson und den Philistern (Ri 16,29). Womöglich deutet das darauf hin, dass die Simson-Geschichte eine Tempelart widerspiegelt, die damals im Philisterland gängig war.“



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