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Gottfried Mehnert

Rabbiner Joseph Eschelbacher

Jüdische Reaktionen auf Harnacks „Wesen des Christentums”

Im Wintersemester 1899/1900 hielt der damals schon als einer der bedeutendsten protestantischen Theologen geltende Kirchenhistoriker Adolf von Harnack an der Berliner Universität seine berühmt gewordenen 16 öffentlichen Vorlesungen über „Das Wesen des Christentums“. Sie haben bekanntermaßen unter Protestanten eine tiefgreifende theologische Diskussion ausgelöst und auch in Kreisen der katholischen Reformbewegung Beachtung gefunden.1 Daß sie jedoch auch im deutschen Judentum Aufsehen und betroffene Reaktionen ausgelöst haben, ist fast nicht beachtet worden. Erst in der jüngsten Zeit sind einige Veröffentlichungen zu verzeichnen.2 Hundert Jahre nach diesen epochalen Vorlesungen ist es angebracht, die jüdischen Reaktionen in den Zusammenhang des christlich-jüdischen Dialogs, in den sie gehören, endlich hineinzustellen.

Unter Harnacks Zuhörern befanden sich auch jüdische Studenten, die von Harnacks Beurteilung des Judentums zur Zeit Jesu irritiert waren.3 Als die 16 Vorlesungen im Sommer 1900 in Buchform erschienen, löste Harnacks Beurteilung des Judentums zur Zeit Jesu in jüdischen Kreisen Betroffenheit aus. Das Charakteristische dieser Reaktionen war, daß es nicht nur um historische und theologische Wissenschaft ging, sondern um die Frage nach der je eigenen Identität. Davon zeugen die zahlreichen Veröffentlichungen, die Harnacks Vorlesungen ausgelöst hatte.4 Die beachtlichste ist „Das Wesen des Judentums” (1905) von Leo Baeck. Dieser war es auch, der 1901 als erster eine umfangreiche kritische Rezension aus jüdischer Sicht zu Harnacks „Wesen des Christentums” in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“veröffentlichte5 und damit eine Reihe von unmittelbaren apologetischen Auseinandersetzungen mit Harnack eröffnet hat.

Die bedeutendste und gründlichste Auseinandersetzung mit Harnacks Vorlesungen war jedoch das Werk des Berliner Rabbiners Dr. Joseph Eschelbacher (1848–1916)6 „Das Judentum und das Wesen des Christentums – Vergleichende Studien“, das 1905 in Berlin in den Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums erschienen ist und als ein Standardwerk der jüdischen Apologetik galt.7

Die Steine des Anstoßes

Aus den jüdischen Reaktionen läßt sich eine deutliche Hochachtung vor dem Gelehrten erkennen, dessen geschichtswissenschaftliche Akribie sie vor allem in Harnacks Lehrbuch der Dogmengeschichte dokumentiert sahen. Sein Standpunkt ist für die jüdische Auffassung deshalb „von besonderem Interesse, weil er gerade diejenigen Elemente aus dem Christentum ausscheidet, die auch dem Juden als unannehmbar erscheinen“.8 So sahen jüdische Autoren in der Dogmen- und Wunderkritik von Harnacks liberalem Protestantismus eine Annäherung an das Judentum, denn „wenn man die Dogmen aus dem Christentum streicht, kann doch nicht viel mehr übrig bleiben als das Judentum“.9 Auf scharfen Widerspruch traf besonders Harnacks negatives Bild der Pharisäer. Auch sein zwiespältiges Urteil über den Wert des „Alten Testaments“ erregte jüdische Kritik. Schließlich wird Harnack auch entgegengehalten, daß er „das Judentum der letzten 1800 Jahre als quantité négligeable“ behandle.10

Die Auseinandersetzung jüdischer Gelehrter mit Harnack ist kein singuläres Ereignis. Die sich im 19. Jahrhundert entfaltende jüdische Wissenschaft stand in reger Wechselbeziehung zur protestantischen Theologie, besonders zur Bibelwissenschaft. Nicht wenige Rabbiner haben, neben den jüdischen Rabbinerseminaren an deutschen Universitäten, ihre Ausbildung bei protestantischen Alttestamentlern und Orientalisten erhalten. Die sich im ausgehenden 19. Jahrhundert entfaltende protestantische Judaistik und Erforschung der Zeitgeschichte des Neuen Testaments fand die kritische Aufmerksamkeit jüdischer Gelehrter, die auch eine erstaunlich gute Kenntnis der protestantischen theologischen Literatur besaßen. Dies gilt in besonderem Maße auch von Rabbiner Dr. Joseph Eschelbacher.

Eschelbachers Entgegnung auf Harnacks „Wesen des Christentums“

Joseph Eschelbacher hat in seine Erwiderung auch Harnacks Rektoratsrede „Die Aufgabe der theologischen Facultäten und die allgemeine Religionsgeschichte” (1901) und das 1902 erschienene Werk „Die Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten” in seine Untersuchungen einbezogen. Darüber hinaus stellt er Harnacks theologische Position hinein in die Abfolge der protestantischen Theologiegeschichte von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768–1834)bis hin zur zeitgenössischen historisch-kritischen protestantischen Theologie. Eschelbacher betrachtete, wie vor ihm schon andere, Harnacks Wesensdarstellung, die dieser als eine „rein geschichtliche Frage” verstanden wissen wollte, ebenfalls als apologetisch:

„[...] seine geschichtlichen Darlegungen haben nur den Zweck, alle Schatten von seinem Lichtbilde zu entfernen und sie der Zeit, der Umgebung, den Verhältnissen, unter denen das Christentum im Gange seiner Entwicklung zu wirken hatte, zuzuweisen. Dieser apologetische Zweck bestimmt auch den Aufbau seiner Vorlesungen. Erspricht zuerst von der Predigt, d.h. dem Lebenswerke Jesu und dann erst von seiner Persönlichkeit, weil jene eben den Goldgrund bildet, der auch das Lebensbild, die ganze menschliche Erscheinung desselben verklärt.“11

In seiner Replik kehrt Eschelbacher die Reihenfolge um. Er rückt zuerst die Person Jesu in den Blick, danach erst seine „Predigt”, und er ist überzeugt, damit dem zu entsprechen, „was, nach allgemeiner Meinung, in Wirklichkeit das Wesen des Christentums ausmacht, was sich schon in seinem Namen ausspricht“.12 Eschelbacher beschließt den ersten Teil seiner Replik mit der Bemerkung,

„daß dasjenige, was er als ‚Wesen des Christentums‘ verkündigt, etwas ganz Anderes ist, als was nach dem alten Kanon ‚quodsemper, quod ubique, quod ab omnibus creditum est‘, seit den ersten Zeiten des Christenthums gelehrt worden ist und heute noch von der ungeheueren Mehrheit der Christen bekannt wird“.13

Harnacks theologische Position findet Eschelbachers Sympathie:

„[...] mit voller Befriedigung darf der Sohn des Judenthums constatiren, daß von einem geistvollen, und die Größe des Christenthums begeistert verkündigenden christlichen Theologen ...gerade dasjenige verworfen wird, was unsere Väter seit jeher verworfen haben, und daß derselbe andererseits als das wahre Evangelium, als das Wesen der Religion, [...] diejenigen Lehren bezeichnet, welche der Mensch Jesus in Judäa dem um ihn sich sammelnden Volke gepredigt hat.“

Danach allerdings wird Harnacks Darstellung der Person und der „Lehren” Jesu kritisch beleuchtet. Eschelbacher wirft ihm vor, daß erden historischen jüdischen Wurzelgrund Jesu nicht beachte. Jesus werde vielmehr „wie ein Meteorstein vorgeführt, der vom Himmel gefallen ist, zufällig gerade unter die Juden, als ein Geist, der souverain über ihren geistigen Besitz schaltet und die geschichtlich gegebenen Verhältnisse verwerthet, aber unendlich hoch darübersteht und den Menschen an und für sich, wie er unter den verschiedenartigsten Umständen immer derselbe ist, im Auge hat“.14

Harnacks Schilderung der Verhältnisse des Judentums zur Zeit Jesu, die auf Julius Wellhausens Darstellung der israelitisch-jüdischen Geschichte fußt,15 wird von Eschelbacher als ein Zerrbild betrachtet, das auf unzureichender Kenntnis der historischen Quellen beruht. Besonderen Anstoß erregte Harnacks Äußerung, daß „die reine Quelle des Heiligen zwar längst erschlossen“ war, aber „Sand und Schutt” sei „über sie gehäuft worden, und ihr Wasser war verunreinigt“.16 Eschelbacher charakterisiert diese Auffassung Harnacks als einen „der vielen Irrthümer, die daraus hervorgehen, daß die christlichen Theologen die nachbiblische Literatur der Juden nicht ihrer Beachtung würdigen“.

Vor allem Harnacks Darstellung der Pharisäer und Schriftgelehrten findet den entschiedenen Widerspruch Eschelbachers. Harnack könne sie „nicht anders, als beschränkt, kleinlich, engherzig und verknöchert sich vorstellen“.17

Dem gegenüber sucht Eschelbacher aus Talmud und Evangelien ein positiveres Bild der Pharisäer und Schriftgelehrten zu entwerfen.18 Dieses Bestreben liegt in der Grundtendenz Eschelbachers, die Person Jesu und seine „Predigt” in die jüdische Überlieferung, ja sogar in die Nähe der Pharisäer zu stellen und sie abzuheben von der christlichen Vorstellung von der Gottheit Jesu und der christologischen Lehrbildung der späteren Kirche, einer Entwicklung, der „allerdings etwas dem Judenthum völlig Fremdes zu Grunde” liege.19

Um den Nachweis der jüdischen Wurzeln der Predigt Jesu geht es Eschelbacher vor allem in der kritischen Auseinandersetzung mit den drei Hauptgedanken, in denen Harnack das eigentlich Christliche ausgedrückt sieht: Das Reich Gottes und sein Kommen, Gott der Vater und der unendliche Wert der Menschenseele sowie die bessere Gerechtigkeit und das Gebot der Liebe.

Das Reich Gottes und sein Kommen

Eschelbacher erkennt durchaus an, daß Harnack Jesu Rede vom Gottesreich als auf jüdischen Vorstellungen beruhend darstellt, aber er widerspricht Harnacks Behauptung, die Lehre Jesu vom Reich Gottes, das schon gegenwärtig sei – nämlich „inwendig” (Lk 17,21 nach der alten Übersetzung Luthers) – , sei „sein (Jesu) wirkliches Eigentum”. Er hält dem entgegen: „Diese Lehre ist in der That an vielen Stellen des Alten Testaments ausgesprochen.“20 Nicht diese präsentische eschatologische Vorstellung habe Jesus gelehrt, sondern die futurische Naherwartung, und zwar im engstem Zusammenhang mit der Messiasvorstellung, die „den Mittelpunkt, wie die Krönung seines Lebens gebildet“21 hat. Eschelbacher sieht nur im Messiasanspruch Jesu die Differenz zu den Pharisäern. Die antipharisäischen Reden Jesu schreibt er der „in späterer Zeit” entstandenen Polemik des aufstrebenden Christentums gegen die Vertreter des Judentums zu.

Der Vatergott und der unendliche Wert der Menschenseele

Noch entschiedener verweist Eschelbacher auf den jüdischen Hintergrund des Vorstellungskomplexes von Gott als Vater, vom Höchstwert der Menschenseele und dem Gedanken der Gotteskindschaft. Dem entsprechenden Zitat aus Harnacks Vorlesungen lässt Eschelbacher unmittelbar ein Zitat von Hugo Grotius (1583–1645) folgen, das besagt, daß das ‘Vaterunser’

„von Christus nicht sowohl mit von ihm stammenden Worten verfaßt, als vielmehr aus dem zusammengestellt worden ist, was in den Gebeten der Hebräer ihm lobenswerth erschien, so wie er auch in seinen Ermahnungen verschiedenfach von den in jener Zeit bekannten Sprüchen Gebrauch macht“.22

Eschelbacher fügt dem Belege aus der jüdischen Tradition, aus Tora und Talmud an und beruft sich auch auf Gustaf Dalmans (1855–1941) „Worte Jesu” (19302).

Was Harnack als das Besondere der Verkündigung Jesu betrachtet, sieht Eschelbacher als allgemein jüdisch an. Harnack gebe „einer alten Lehre nur eine neutestamentarische, nichts weniger als zutreffendeAufschrift“.23 Eschelbacher holt Jesus zurück ins Judentum und sieht in der Entstehung der Christologie unter dem Einfluß der Sohn-Gottes-Vorstellung, wie auch in der Ausbildung des Trinitätsdogmas den Einfluß griechischen Geistes, wie es denn auch die „griechischrömische Philosophie“ gewesen sei, von der die Lehre von der„Erbsünde“, der völligen Verderbtheit der menschlichen Natur, herrühre.24 Als Beleg seiner Sicht Jesu führt er Ernest Renan (1832–1892) an, der „viel mehr ein großer Jude, als ein großer Mann“ gewesen sei.25 Völlige Zustimmung findet Harnacks Diktum: „Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, hinein.“

Liebe und Gerechtigkeit

Schließlich sieht Eschelbacher auch in der dritten Wesenskomponente der Harnackschen Auffassung vom Christentum, der „besseren Gerechtigkeit“ und dem „Gebot der Liebe“, ursprünglich jüdisches Gedankengut. Er weist darauf hin, „daß das Wesentliche dieser ethischen Lehren und Forderungen dem alten Testamente, sowie dessen weiterer Entwicklung den Lehren der Schriftgelehrten angehört und als ihr fester Grundstock sich erhalten hat, während die eigenartige Gestaltung und Erweiterung, die sie bei Jesus gefunden haben, nur in einzelnen Kreisen und Erscheinungen sich als eine schöpferische Macht erwiesen hat“.26

Vor allen hebt Eschelbacher hervor, Jesus habe das Gebot der Nächstenliebe „nicht erst, wie christliche Gelehrte meinen, aus derg roßen Zahl der übrigen Gebote hervorzuheben und zu besonderer und umfassender Geltung zu bringen brauchen” und habe es nicht erst, wie Harnack meint, aus der Verflechtung mit dem gottesdienstlichen Ritual lösen müssen. Bereits die Tora habe dieses Gebot im universellen Sinne verstanden und schon in den Schulen der Schriftgelehrten sei der ursprüngliche Wortlaut dieses Gebotes „als der umfassende Ausdruck für alle aus ihm abzuleitende Forderungen gelehrt“ worden.27

Joseph Eschelbacher sieht Person und Lehre Jesu ganz in der jüdischen Tradition verwurzelt. Die mystischen und dämonologischen Vorstellungen in der Lehre Jesu schreibt er dem Einfluß der „Essäer” zu – eine Annahme, die durch die Qumran-Literatur heute in völlig anderem Lichte zu beurteilen ist. Sich auf Bruno Bauer sowie holländische und schweizerische Theologen stützend, ist Eschelbacher zu der Überzeugung gelangt, daß sämtliche dem Apostel Paulus zugeschriebenen Briefe in der paulinischen Schule des zweiten Jahrhunderts entstanden sind und die fortschreitende Entwicklung einer Pauluslegende darstellen. Der Paulus der Briefe sei „eine dem Judentum, dem hellenistischen nicht weniger wie dem pharisäischen, fremdartigeErscheinung“.28

Zwiespältiges und nachträgliche Korrektur

Harnack hat zuweilen die Abwendung des frühen Christentums vom Judentum schneidend gekennzeichnet.

„Die Heidenkirche streitet ihm[dem Judentum] alles ab, nimmt ihm sein heiliges Buch, und, während sie selbst nichts anderes ist als transformiertes Judentum, durchschneidet sie jeden Zusammenhang mit demselben. Die Tochter verstößt die Mutter, nachdem sie sie ausgeplündert! Das jüdische Volk hat durch die Verwerfung Jesu seinen Beruf verleugnet und sich selbst den Todesstoß versetzt; an seine Stelle rückt das neue Volk derChristen.“29

Joseph Eschelbacher fügte diesem Ausdruck christlicher Substitutionstheorie folgende vielsagende Bemerkung an:

„Die versuchte Rechtfertigung erweist sich schon dadurch als tatsächlich falsch, daß, wie Harnack selbst berichtet, die Heidenkirche auch die Judenchristen verstieß, d. h. die Nachkommen und Jünger derjenigen Juden, welche Jesus als Messias anerkannt, treu in ihrem Bekenntnis zu ihm verharrt und kein anderes Unrecht begingen, als daß sie weiter die Lebensweise beobachteten, die Jesus selbst befolgt hatte!“

Zwei Jahrzehnte nach seinen Vorlesungen über das Christentum hat Harnack sein Urteil über die Quellen für die Kenntnis des Judentums zur Zeit Jesu und der Apostel deutlich zugunsten einer höheren Bewertung der rabbinischen Literatur modifiziert und damit indirekt eingeräumt, daß die jüdische Kritik zutreffend war. Doch mit seinem Buch über Marcion (1921) und der darin ausgesprochenen Forderung, das Alte Testament, die Hebräische Bibel, nicht mehr als kanonisch gelten zu lassen, bleibt ein häßlicher Fleck auf Harnacks Bild. Aber angesichts der Tatsache, daß Harnack mit anderen bedeutenden liberalen Protestanten30 in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts sich an dem Wirken des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus“ aktiv beteiligt hat, wird der Vorwurf, er hätte dem Antijudaismus Vorschub geleistet, relativiert.

* Pastor em. Dr. theol. Gottfried Mehnert, Marburg, war von 1958–1990 lutherischer Pfarrer in Kiel und von 1972–1990 geschäftsführender Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein

  1. Hermann Schell, Christus, das Evangelium und seine Weltgeschichtliche Bedeutung, Mainz 1903; Alfred Loisy, L’Evangile et l’Eglise, Pais 1902,deutsch: Evangelium und Kirche, München 1904.
  2. Friedrich Wilhelm Marquardt, Unabgegoltenes in der Kritik Leo Baecks an Adolf von Harnack, in: Werner Licharz (Hg.), Leo Baeck – Lehrer und Helferin schwerer Zeit, Frankfurt/M. 1983; ders., Ein Gespräch, das es nie gab .Adolf von Harnack und Leo Baeck, in: Leo Baeck – zwischen Geheimnis undGebot (1997); Shaye J. D. Cohen, Adolf Harnack‘s „The Mission and Expansion of Christianity”. Christianity succeeds where Judaism fails, in: The Future of Early Christianity. Essays in Honor of Helmut Koester. Ed. By Birger A. Pearson. Minneapolis 1991; u. a.
  3. Uriel Tal, Theologische Debatte um das „Wesen des Judentums”, in: Werner E. Mosse (Hg.), Juden im wilhelminischen Deutschland 1890-1914, Tübingen 1974,599 ff.
  4. Die wichtigsten Veröffentlichungen mit dem Titel „Das Wesen des Judentums” sind von Israel Jelski, Berlin 1902, Simon Mandel, Frankfurt/M. 1904, David Leimdörfer, Frankfurt/M. 1905, Jakob Fromer, Berlin 1905, und Israel Goldschmidt, Berlin 1907.
  5. Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums, in: MGWJ 1901, 97-120.
  6. Joseph Eschelbacher wurde am 12. September 1948 in Hainstadt/Baden geboren, Studium am Rabbinerseminar und der Universität Breslau, Promotion in Halle,1877 Bezirksrabbiner in Bruchsal, 1900 Berufung an die Alte Synagoge in Berlin. Vgl.: Elmar Weiß, Der Gerechte lebt durch seine Treue. Veröffentlichungen des Vereins zur Erforschung jüdischer Geschichte und Pflege jüdischer Denkmäler im tauberfränkischen Raum, Band 3, 1996.
  7. Das Buch ist hervorgegangen aus Vorträgen vor jüdischen Studierenden, die zunächst 1902/3 in MGWJ veröffentlicht worden waren. Eine 2. Auflage erschien 1908. Die Bewertung als apologetisches Standardwerk von R. Weltschin: Year Book, Leo Baeck Institute, Vol. 9, 1964, XXXII.
  8. Felix Perles, Was lehrt uns Harnack, Frankfurt/M. 1902, 11.
  9. Felix Perles (Anm. 8), 12 f.
  10. Felix Perles (Anm. 8), 29.
  11. G. Wayne Glick, The Reality of Christianity, A Study of Adolf von Harnack as Historian and Theologian, New York, Evanston, London 1967, 264.
  12. Eschelbacher, Das Judentum und das Wesen des Christentums, Berlin 1905, 9.
  13. Eschelbacher (Anm. 12), 19.
  14. Eschelbacher (Anm. 12) 22.
  15. Julius Wellhausen, Israelitische und jüdische Geschichte, Berlin 1894.
  16. Harnack, Das Wesen des Christentums (Anm 5), 31; Eschelbacher (Anm. 12), 26.
  17. Eschelbacher (Anm. 12), 29.
  18. Vgl. dazu Roland Deines, Die Pharisäer. Ihr Verständnis im Spiegel der christlichen und jüdischen Forschung seit Wellhausen und Graetz, Stuttgart1997, dort bes. über Harnack und die jüd. Reaktionen von L. Baeck, J. Eschelbacher, M. Schreiner u. I. Elbogen 199-237.
  19. Eschelbacher (Anm. 12), 29.
  20. Eschelbacher (Anm. 12), 34; Eschelbacher beruft sich auch auf J. Lightfoot, Horae Hebraicae et Talmudicae (1685).
  21. Eschelbacher (Anm. 12), 36.
  22. Eschelbacher (Anm. 12), 53, wo zitiert wird aus H. Grotius (Huig de Groot), Annotationes in libros Evangelii.
  23. Eschelbacher (Anm. 12), 58.
  24. Eschelbacher (Anm. 12), 60 ff.
  25. Eschelbacher (Anm. 12), 65.
  26. Eschelbacher (Anm. 12), 68.
  27. Eschelbacher (Anm. 12), 74 f.
  28. Eschelbacher (Anm. 12), 145 f. Ausführlich dazu: Joseph Eschelbacher, Zur Geschichte und Charakteristik der paulinischen Briefe, in: MGWJ 51 (1907), 395-428, 542-568. Vgl. auch Moritz Löwy, Die Paulinische Lehre vom Gesetz. Nach ihren Quellen untersucht, in: MGWJ 45(1904).
  29. Harnack, Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten, 50, zit. in: Eschelbacher, Judentum (Anm. 12), 156.
  30. Wie Hermann Mulert, Otto Baumgarten, Dietrich Graue, Eduard Lamparter; vgl. Hermann Mulert, Lebensbild eines Kieler Theologen, Schriften der Verf. schleswig-holst. Kirchengeschichte, Bd. 50, 26.

Jahrgang 8 / 2001 Heft 3 Seite 173−181.


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