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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 17 / 2010 Heft 2

Miep Gies, 1909 in Wien als Hermine Santrouschitz geboren, bekannt als „die Frau, die das Tagebuch von Anne Frank gerettet hat“, ist am 11. Januar 2010 in Hoorn, Niederlande, verstorben. Ihr größtes Verdienst aber ist, dass sie zusammen mit Johannes Kleimann, Bep Voskuijl und Victor Kugler die in der Prinsengracht 263 untergetauchten Familien Frank, van Pels und den Zahnarzt Fritz Pfeffer über zwei Jahre hin, vom Juli 1942 bis zu ihrer Verhaftung am 4. Aug. 1944, mit Lebensmitteln versorgte. Der Name „Miep“ war ein Spitzname, den das unterernährte Mädchen Hermine von ihrer Pflegefamilie im holländischen Leiden, wohin sie von ihren Eltern 1920 zur Erholung geschickt worden war, erhalten hatte. Mit der Familie Frank war Miep Gies, als Sekretärin in Otto Franks Firma Opekta, seit 1933 freundschaftlich verbunden. Ironischerweise stammte der Polizist Karl Josef Silberbauer, der die Untergetauchten verhaftete, wie Miep Gies aus Wien. Nur diesem Zufall war es zu verdanken, dass sie nicht auch abgeführt wurde. 1945 übergab sie Otto Frank, der als Einziger nach Amsterdam zurückkehrte, die privaten Gegenstände der Familie Frank, die sie nach der Verhaftung an sich genommen hatte, darunter das berühmte Tagebuch.

Mitte November 2009 fand in Jerusalem die dritte internationale Konferenz des Globalen Forums für die Bekämpfung des Antisemitismus (GFCA) statt. Mehr als 500 Delegierte aus über 50 Staaten diskutierten über gegenwärtige Erscheinungsformen des Antisemitismus. Israels Minister für Diasporafragen, Yuli Edelstein, hob in seiner Eröffnungsrede den Aspekt der De-Legitimierung Israels hervor. „Man lasse sich nicht täuschen – antisemitische Arglist hat nicht nachgelassen. Vielmehr ist es den Antisemiten gelungen, ihren Hass in eine politisch verdauliche Form zu verpacken. Es ist nicht länger der einzelne Jude oder ein jüdischer Ältestenrat, der die Welt in Krieg und wirtschaftlichen Kollaps geführt hat – es ist Israel, der Judenstaat, der der Erde Krieg und Tragödien gebracht hat. Wo Juden einst als blutrünstige, geizige, moralisch korrupte Kindermörder beschrieben wurden, liegen diese Beschreibungen von Juden nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs schwer im Magen. So wurde der Angriff ummodelliert und umformuliert. Es sind nicht mehr Juden. Stattdessen sind es Israelis.“

Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) haben bei einer Rettungsgrabung im Rahmen von laufenden Bauarbeiten hinter der Verkündigungskirche in Nazaret Teile eines Wohnhauses aus der Zeit Jesus freigelegt. Damit wurden erstmals wirklich Reste aus der Römerzeit des 1. Jh. in Nazaret entdeckt. „Die Entdeckung ist von größter Bedeutung“, so die Grabungsleiterin Yardena Alexander, „da sie uns erstmals ein Haus (aus dem Randbereich) des jüdischen Dorfes Nazaret bringt und dadurch Licht auf die Lebensweise zur Zeit Jesu wirft. Das Gebäude, das wir gefunden haben, ist klein und bescheiden und höchstwahrscheinlich typisch für die damaligen Behausungen in Nazaret. Aufgrund der wenigen schriftlichen Quellen, die es gibt, wissen wir, dass Nazaret im 1. Jh. n. Chr. nur ein kleines unbefestigtes jüdisches Dorf war, das (auf einem Hügel = Tell) in einem Talkessel lag. Bisher waren nur eine Reihe von Gräbern aus der Zeit Jesu in Nazaret gefunden worden; doch wurden bis dato keine klaren Siedlungsreste entdeckt, die dieser Zeit wirklich zugeschrieben werden konnten.“ (Außenministerium des Staates Israel, 21.12.09)

Die Planeten Uranus und Neptun haben hebräische Namen erhalten. Die fünf der Erde am nächsten liegenden Planeten tragen seit mehr als 1000 Jahren antike hebräische Namen, von denen einige bis in die Zeit des Talmud zurückreichen: Hama (Merkur), Noga (Venus), Maadim (Mars), Tzedek (Jupiter) und Schabtai (Saturn). Die Akademie für Hebräische Sprache hatte im Herbst 2009 die Öffentlichkeit aufgerufen, auch für Uranus und Neptun passende hebräische Namen auszuwählen. Die aus Astronomen und Vertretern der Sprachakademie zusammengesetzte Jury hatte aus mehr als 650 Einsendungen bereits je zwei Namen zur Abstimmung ausgesucht. Für Uranus standen die Namen „Oron“ (‚kleines Licht’) und „Schahak“ (abgeleitet von „Schehakim“, ist ein Synonym für „Schamayim“ = Himmel) zur Auswahl, für Neptun waren „Rahav“ und „Tarschisch“ vorgeschlagen. Rahav ist eine Gottheit aus der frühen hebräischen Mythologie und wird – wie der römische Meeresgott Neptun – mit dem Meer verbunden. „Tarschisch“ ist der Name eines blauen Edelsteins, der einst vom Hohepriester auf seinem Brustschild getragen wurde. Die öffentliche Abstimmung hat sich für die Namen Oron (kleines Licht) für Uranus und Rahav (der Herr der Meere) für Neptun entschieden.

Seit Ende Januar 2010 sind die Original- Baupläne von Auschwitz-Birkenau in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ausgestellt, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im August 2009 in Deutschland überreicht worden waren. Die Ausstellung enthält vier der farbigen Pläne, die detaillierte Luftaufnahmen des Lagers zeigen, in dem im Zweiten Weltkrieg eine Million Juden und Zehntausende anderer Insassen ermordet wurden. Eine ähnliche Ausstellung mit Kopien der Baupläne wurde am Sitz der Vereinten Nationen in New York eröffnet. Die 1941 angefertigten Pläne belegen die Entwicklung Auschwitz-Birkenaus von einem Konzentrations- zu einem Vernichtungslager.



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