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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 16 / 2009 Heft 4

In der Ohel-Jakob-Synagoge in München wurden am 2. Juni 2009 zwei orthodoxe Rabbiner ordiniert –Avraham Radbil und Zsolt Balla. Rabbiner Chanoch Ehrentreu, Rektor des Berliner Rabbinerseminars, überreichte ihnen die Urkunde ihrer Smicha (hebr. „Handauflegung“) mit den Worten: „Möget ihr Erfolg haben in eurer Zukunft als Rabbiner, in eurer Liebe und Leidenschaft für die Tora, dass ihr auch andere inspirieren möget, die wahren Werte im Leben kennen zu lernen. Und möge die göttliche Gegenwart die Arbeit eurer Hände begleiten.“ Radbil und Balla sind die ersten Absolventen des orthodoxen Berliner Rabbinerseminars nach der Schoa (vgl. M. Eliav/E. Hildesheimer, Das Berliner Rabbinerseminar 1873–1938, in FrRu 16[2009]219 f.).

In einer Rede in Yad Vashem am Vorabend des Holocaustgedenktages (20. April 2009) sagte Israels Staatspräsident Shimon Peres u. a.: „Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordet, nur weil sie jüdisch waren. 1,5 Millionen Kinder wurden vernichtet, weil sie zum jüdischen Volk gehörten. [...] Die Gewissenerforschung in Bezug auf den Holocaust ist noch nicht vorbei, und wird vielleicht nie vorbei sein, nicht für uns und nicht für die Welt als Ganze. Der Nazismus wurde besiegt, aber der Antisemitismus ist noch immer höchst lebendig. Das Gas ist verflogen, aber das Gift bleibt.“

Die Gemeinde Birsfelden (Baselland/ Schweiz) hat einen bisher unbenannten Platz am 7. Juni 2009 feierlich mit dem Namen „Anne-Frank-Platz“ benannt. Birsfelden ist die erste Gemeinde der Schweiz, die offiziell des 1945 mit knapp 16 Jahren im KZ Bergen-Belsen umgekommenen jüdischen Mädchens gedenkt. Am 12. Juni 2009 wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden. Annes Vater hat von 1953 bis zu seinem Tod (1980) in Birsfelden gewohnt. Die Benennung des Platzes ist den langjährigen Bemühungen des einzigen noch lebenden Verwandten von Anne Frank, ihres Cousins Buddy Elias, zu verdanken.

Das Katholische Filmwerk (Frankfurt/M.) hat eine neue DVD mit Arbeitsmaterial und einer Präsentation über Edith Stein (1891–1942) herausgegeben. Mit Bildern, Zitaten und erläuternden Texten führt das Lebensbild in das Denken und Wirken der Jüdin, Akademikerin und katholischen Ordensfrau ein. Die 30-minütige Präsentation liegt in deutscher, englischer, französischer, italienischer und spanischer Fassung vor. Zur Weiterarbeit kann das Lebensbild in den gleichen Sprachen auch als Powerpoint-Präsentation eingesetzt werden. Damit eignet sich die DVD bestens für die Erwachsenenbildung, aber auch für den Schulunterricht (Information: E-Mail: info@filmwerk.de; www.filmwerk.de).

Der Platz um den Märchenbrunnen im Berliner Stadtteil Zehlendorf heißt seit dem 8. Juni 2009 „Sderotplatz“. Die Benennung des Platzes, so Bezirksbürgermeister Norbert Kopp, sei ein Zeichen der Freundschaft und Solidarität zwischen den zwei Partnerstädten Berlin und der Stadt Sderot sowie „ein Zeichen gegen die verbrecherischen Raketen von Terroristen aus dem Gazastreifen, die die Bürger unserer Partnerstädte seit 2001 tausendfach ertragen müssen“. „Eine ganze Generation Kinder hat in Sderot gelernt, wie man überlebt, aber nicht, wie man lebt!“, so David Bouskila, Bürgermeister von Sderot. Vom Alarm zum Bunker hat man nur 15 Sekunden Zeit, und das mehrmals am Tag.

Im Rahmen der Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems „Hast du meine Alpen gesehen?“ (vgl. FrRu Heft 3/2009, Veranstaltungshinweise) wurde der Film „Konfrontation“ (1975) des Schweizer Filmregisseurs Rolf Lyssy vorgestellt. Der Film erzählt die Geschichte des Attentats des jüdischen Medizinstudenten David Frankfurter auf den Schweizer Landesgruppenleiter der NSDAP, Wilhelm Gustloff, in dessen Wohnung in Davos am 4. Februar 1936, um ein Fanal gegen die Judenverfolgung im Deutschen Reich und gegen die Unterwanderung der Schweiz durch Nationalsozialisten zu setzen. Der Prozess gegen Frankfurter erregte in der Schweizer Öffentlichkeit eine breite Aufmerksamkeit für die Realität des Nationalsozialismus.

Der Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld ist am 19. Juni 2009 postum von Yad Vashem mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Bekannt wurde Hosenfelds lebensrettende Hilfe für verfolgte Juden während des Naziregimes durch die Aufzeichnungen des polnischen Pianisten Wladyslaw Szpilman in seinem Buch „Der Pianist“ und den gleichnamigen Film von Roman Polanski (vgl. Wolfram Wette, Ein „Mensch“ in deutscher Uniform. Wilm Hosenfeld und der „Pianist“, in FrRu 13[2006]37–42).



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