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Notizen Jahrgang 14 / 2007 Heft 2

Dina Porat, Professorin für Jüdische Geschichte an der Universität Tel Aviv, schließt aus nicht öffentlich zugänglichen Quellen, daß der Vatikan früher als bisher angenommen über das Ausmaß des Massenmordes an den Juden in Europa Bescheid wußte. Grundlage der neuen Erkenntnis sind Briefe zwischen dem damaligen in der Türkei akkreditierten Apostolischen Nuntius Giuseppe Roncalli, dem späteren Papst Johannes XXIII., und dem Gesandten der Jewish Agency in Istanbul, Haim Barlas, sowie dessen größtenteils auf Hebräisch geschriebenen Aufzeichnungen. Daraus geht hervor, daß Barlas am 23. Juni 1944 eine Kopie der sogenannten Auschwitz-Protokolle erhielt und diese umgehend an Roncalli sandte, der wiederum am selben Tag eine Kurzfassung per Telegramm an den Vatikan sandte. Dies widerlege, so Porat, die Behauptung, daß der Vatikan erst im Oktober 1944 Kenntnis von den Protokollen erhalten habe.

Die Rehabilitierungskommission des Schweizerischen Parlaments (vgl. FrRu 11[2004]238) hat elf weitere Flüchtlingshelfer aus der Zeit des Nationalsozialismus rehabilitiert: zwei Schweizer, sieben Franzosen, davon vier aus dem Elsaß, und zwei Polen. Sie hatten entgegen den Vorschriften und teils unter Lebensgefahr während des Zweiten Weltkriegs über 100 Menschen zur Einreise in die Schweiz verholfen. Seit Erlaß des Bundesgesetzes (2004) über die Aufhebung von Strafurteilen gegen Personen, die zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Menschen zur Flucht verhalfen, sind in der Schweiz 119 Flüchtlingshelfer rehabilitiert worden.

In Lugano (Tessin) nahm am 2. Dezember 2006 zum ersten Mal ein Bischof an einem Schabbatgottesdienst teil. Nach dem Gebet wurde Bischof Pier Giacomo Grampa von Rabbiner Ben-Zion Rabbinowitz begrüßt. Der Besuch fand diskret und ohne Medienpräsenz statt. Bischof Grampa hatte sich auch unmittelbar nach dem Brandanschlag auf die Luganer Synagoge (März 2005) mit der Gemeinde solidarisch gezeigt. Die jüdische Gemeinschaft im Tessin zählt ca. 350 Mitglieder. Die erste Synagoge wurde 1915 in einem Untergeschoß in der heutigen eleganten Einkaufsstraße via Nassa im Herzen der Altstadt errichtet.



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