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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 12 / 2005 Heft 1

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat Rabbiner Dr. Walter Homolka (40), Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam und Lehrbeauftragter an ihrer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, mit dem „Ordre National de la Légion d’Honneur“ ausgezeichnet. Mit der Erhebung zum Ritter der Ehrenlegion bringt Frankreich seinen „Dank für das internationale Engagement im Dienst einer moralischen und ethischen Prägung von Gesellschaft und Wirtschaft“ zum Ausdruck. Rabbiner Homolka ist Gouverneur der Weltunion für Progressives Judentum und Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Die Ehrenlegion, 1802 von Napoleon Bonaparte gestiftet, ist die höchste Auszeichnung der Republik.

Im Jerusalemer Zentrum für jüdisch-arabische Erziehung hat sich im neuen Schuljahr die Schülerzahl mit 289 jüdischen und arabischen Kinder beinahe verdoppelt. Damit die Schule ihre Aufgabe erfüllen kann, braucht sie ein eigenes Zuhause. Im Februar 2005 soll die von der Jerusalem Foundation in die Wege geleitete Errichtung eines neuen Zuhauses für die Schule ihren Anfang nehmen. Unterstützt wird dieses Koexistenz-Projekt von der Schweizerischen Regierung, der Bundesrepublik Deutschland, von Österreich und Großbritannien. Seit ihrer Gründung 1966 fördert die Jerusalem Foundation den Dialog unter der ethnisch und religiös verschiedenartigen Bevölkerung Jerusalems. Eines der wichtigsten Anliegen ist die Erziehung der Kinder, denn die nächste Generation wird entscheidend an der Gestaltung der Zukunft der Stadt mitwirken. Die Schule pflegt die jüdische, christliche und muslimische Kultur. Dabei lernen die Kinder Achtung vor dem Hintergrund des anderen, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Problemlösung.

Mit der arabischsprachigen Website www.altawasul.net knüpft das israelische Außenministerium Kontakte zur arabischen Welt. Die Seite bietet Informationen über Regierung und Persönlichkeiten in Israel, über Geschichte, Wirtschaft, Forschung und Soziales sowie Übersetzungen von Beiträgen in der israelischen Presse. Zukünftig soll die Seite auch statistische Übersichten und Serviceleistungen für Geschäftsleute enthalten. Der Initiator der Seite, der ehemalige Pressesprecher der israelischen Botschaft in Jordanien, Amir Weissbrod, bemerkte, daß es ein tiefes Wissensdefizit über Israel in der arabischen Welt gibt. Die Eingänge enthalten kaum beleidigende Zuschriften. „Hier gibt es Potential für den Dialog mit der arabischen Welt“, sagt der Mitarbeiter Lior Ben-David in Jerusalem, der für die Pflege der Seite verantwortlich ist. Ben-Dor, stellvertretender Direktor der Abteilung für Arabische Medien im Jerusalemer Außenministerium, ergänzt: „Ägyptische Staatsbürger, die Informationen über Israel anfordern, haben Angst, die israelische Botschaft in Kairo aufzusuchen, weil sie unmittelbar darauf von ägyptischen Behörden zur Befragung vorgeladen werden. Die Internetseite bietet ihnen die Möglichkeit, frei und ohne Befürchtungen das zu fragen, was sie wissen wollen.“

Am 1. Oktober 2004 wurde in Rom Erzbischof Gennaro Verolino mit dem Per-Anger-Preis geehrt. Erzbischof Verolino hatte als Sekretär der Apostolischen Nuntiatur von Budapest während des Zweiten Weltkrieges gefährdeten Juden falsche Dokumente ausgestellt und damit vielen das Leben gerettet. Die Erstverleihung an Erzbischof Verolino war der ausdrückliche Wunsch der Familie Anger. Der schwedische Gesandtschaftssekretär Per Johan Valentin Anger (1913-2002) hatte ebenfalls in Budapest (1942-1943) durch die Ausstellung von Reisepässen und Schutzbriefen über 100 000 Juden gerettet (vgl. FrRu 8[2001]78 f.).

In Sarajewo, dem einstigen Zentrum sephardischer Kultur auf dem Balkan, wurde an Erew Rosch Haschana die Alte Synagoge wieder eingeweiht und – nach mehr als sechzig Jahren – in der aus dem Jahr 1581 stammenden Synagoge wieder die traditionelle sephardische Liturgie gefeiert. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das Gebäude als Jüdisches Museum genutzt worden. Von den zwölftausend Juden Sarajewos sind während der Schoa fünfundachtzig Prozent umgekommen. Die siebenhundert Mitglieder zählende Gemeinde hat noch keinen Rabbiner. Die Liturgie der Hohen Feiertage leitete Eliezer Papo, Leiter des Forschungszentrums für das sephardische Judentum an der Ben-Gurion-Universität in Israel. Papo bezeichnete die Rückführung des Gebäudes zu seiner ursprünglichen Funktion als Tikkun. Der Stolz der Gemeinde ist die „Sarajewoer Haggada“, die um 1314 in Spanien entstanden ist.

Im Beisein des Staatspräsidenten Moshe Katsav ist am 8. September 2004 in Givat Avni, Galiläa, das Kinderdorf „Jordan River Village Camp“ der Organisation „Hole in the Wall Camps“ (http:// www.holeinthewallcamps.org/) eingeweiht worden. Das Kinderdorf wird jüdische und arabische Kinder aus Israel, Jordanien, dem Libanon und den Palästinensischen Autonomiegebieten aufnehmen. Die Initiative ging von dem israelischen Ehepaar Murray und Marilyn Grant aus. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 18 Jahren, die in dem Dorf betreut werden sollen, leiden an schweren physischen und psychischen Krankheiten und werden von einem Team aus Ärzten und Pädagogen rund um die Uhr betreut.



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