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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 11 / 2004 Heft 2

Ab Juni 2004 sollen die biographischen Eckdaten von mehr als der Hälfte der sechs Millionen Holocaust-Opfer in einer von Yad Vashem erstellten Online-Datenbank im Internet einsehbar sein. Diese weltweit größte Holocaust-Datenbank wird Namen, Geburtsjahr und -ort sowie Beruf der Opfer enthalten und zur Erinnerung an die Vernichtung des europäischen Judentums während des Zweiten Weltkrieges beitragen. Durch einen interaktiven Zugang können sich die Benutzer an der Vervollständigung oder Berichtigung der bis heute vorliegenden Daten beteiligen.

Der im Freiburger Rundbrief veröffentlichte Beitrag von Bischof Heinrich Mussinghoff, „Joseph Kardinal Höffner – ein Lebensretter“ (FrRu 9[2002]162-165), war der Auslöser, daß Yad Vashem den früheren Kölner Kardinal Joseph Höffner mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet hat.

Das Deutsche Liturgische Institut in Trier hat eine Handreichung für einen Gedenkgottesdienst in Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. November herausgegeben: „Miserere“. Gedenkgottesdienst einer christlichen Gemeinde im Angesicht des jüdischen Volkes“, erarbeitet von Hans Hermann Henrix und Erich Zenger in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Fragen des Judentums“ der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vorlage greift neben biblischen Texten auf zeitgenössische Dokumente besonders der katholischen Kirche zurück. Die Handreichung kann bezogen werden über: VzF Deutsches Liturgisches Institut, Postfach 2628, 54216 Trier; Tel. (0651)94808-50, Fax (0651)9480833; E-Mail: dli@liturgie.de. Best.-Nr. 6099.

Am Volkstrauertag 2003 wurde in München der jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit militärischen Ehren gedacht. Im Ersten Weltkrieg hatten rund 100 000 deutsche Juden als Soldaten gedient, etwa 12 000 von ihnen sind gefallen, 17 000 wurden mit dem Eisernen Kreuz Zweiter Klasse, 1000 mit dem Eisernen Kreuz Erste Klasse ausgezeichnet. IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch erinnerte in ihrer Ansprache daran, daß in der Pogromnacht vom 9. November 1938 auch die Gedenktafeln für die jüdischen Gefallenen zerstört und ihre Namen aus den kommunalen Soldatendenkmälern und „Heldengedenktafeln“ entfernt wurden. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat sich in den letzten Jahren dafür eingesetzt, daß die Gräber jüdischer Soldaten ausfindig gemacht und die Namen der Toten verzeichnet wurden. „Deutsche Juden“, so Knobloch, die selbst aus einer deutsch-jüdischen Familie stammt, „empfanden sich überwiegend zuerst als Deutsche. Sie alle hatten gehofft, vor den antijüdischen Maßnahmen nach 1933 geschützt zu sein.“

Elisheva Hemker, langjährige Leiterin des Gertrud-Luckner-Hauses in Nahariya, erhielt den „Glückmann-Preis“ für ihre Arbeit im Dienste alter Menschen. Die Verleihung fand am 31. Dezember 2003 im Tel-Hashomer-Hospital in Tel Aviv im Rahmen eines Seminars statt. Der Preis ist eine jüdische Stiftung für die Lebensqualität alter Menschen. Es ist ein Zeichen besonderer Wertschätzung, daß er an ein christliches Haus und eine christliche Leiterin vergeben wurde.

Am 16. Januar 2004 empfing Papst Johannes Paul II. die beiden Oberrabbiner von Israel, Jona Metzger und Shlomo Moshe Amar, die sich anläßlich des Konzerts der Versöhnung (vgl. S. 153 f. i. d. H.) in Rom aufhielten. Zur Begrüßung sagte der Papst: „[...] Im Laufe meines 25jährigen Pontifikats habe ich mich bemüht, den Dialog zwischen Juden und Christen zu fördern und eine immer bessere Verständigung, Achtung und Zusammenarbeit zwischen uns zu ermöglichen. In der Tat bleibt meine Jubiläumspilgerreise ins Heilige Land eines der bedeutendsten Ereignisse meines Pontifikats. Sie war reich an intensiv erlebten Zeiten des Gedenkens, der Betrachtung und des Gebets in der Gedenkstätte Yad Vashem und an der Westmauer. Der offizielle Dialog, der zwischen der katholischen Kirche und dem Oberrabbinat von Israel aufgenommen worden ist, gibt Anlaß zu großer Hoffnung. Wir dürfen keine Mühe scheuen bei unserer Zusammenarbeit zum Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung für alle Völker.“ Nach Informationen der israelischen Tageszeitung „Maariv“ wurde bei dieser Gelegenheit auch über einen der wichtigsten Kultgegenstände der jüdischen Tradition, die goldene Menora aus dem Jerusalemer Tempel, gesprochen. Sollte sich der siebenarmige Leuchter, dessen Verbleib seit der Zerstörung des Zweiten Tempels unbekannt ist, tatsächlich im Vatikan befinden, will der Staat Israel ihn käuflich erwerben. In der Bibliothek des Vatikans befinden sich auch Jahrhunderte alte Talmud- Schriften und Torarollen sowie seltene Manuskripte und Faksimile (vgl. FrRu 4[1997]317).

Die israelische Regierung hat den 27. Januar 2004 zum „Tag des Kampfes des Staates Israel gegen Antisemitismus“ erklärt. Damit soll das Bewußtsein der israelischen Öffentlichkeit für die erzieherische Aufklärung über Antisemitismus geschärft und die Solidarität mit dem Judentum in der Welt gestärkt werden. Der Tag gegen Antisemitismus soll auch in den kommenden Jahren stattfinden, allerdings wurde noch nicht entschieden, auf welches Datum des jüdischen Kalenders der Aktionstag festgelegt wird.

Vom 8. bis 11. August 2004werden Lehrer und Erzieher zu einer Konferenz zum Thema Teaching the Holocaust to Future Generations von der Yad Vashem International School for Holocaust Studies u. a. nach Jerusalem eingeladen. Die Konferenz findet im Rahmen der Fünfzig-Jahr- Feier der „Yad Vashem Holocaust Martyrs and Heroes Remembrance Authority“ (www.yadvashem.org) in Jerusalem statt. Das Programm gibt mit Vorträgen über verschiedene pädagogische Ansätze und praxisbezogene Workshops Hilfestellungen zum Thema Schoa-Unterricht an Schulen und dessen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Daneben werden geführte Rundgänge durch die Jerusalemer Innenstadt und deren Museen angeboten, darunter das Holocaust History Museum, das offiziell erst im September 2004 eröffnet werden soll.



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