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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 11 / 2004 Heft 1

Das „International Summer Program on the Holocaust“ (ISPH), 1989 gegründet, ermöglicht amerikanischen und europäischen Studenten, sich in einem interkulturellen Umfeld mit dem Holocaust auseinanderzusetzen. Am Sommerprogramm 2002, mit Studientagen in Washington D.C. und in Berlin, Begegnungen mit Überlebenden und Besuchen in Ravensbrück, Auschwitz und Krakau, nahmen 20 Studenten teil. Die sehr persönlichen Erfahrungsberichte wurden von Björn Krondorfer, Professor für Religionswissenschaft, St. Mary’s College, Maryland, einem der drei Leiter des Programms, herausgegeben.

Der Studien- und Arbeitskreis „Kirche und Synagoge“ des Bistums Limburg hat für die Arbeit im pastoralen Dienst eine Handreichung mit Anstößen und Hilfen für eine neue Beziehung zu Juden und zum Judentum erarbeitet. Besonders angesprochen sind die Bereiche Glaubenslehre, Liturgie, Predigt, Katechese, Religionsunterricht und Erwachsenenbildung. Die Hefte bieten auch praktische Anregungen für die Gestaltung von Gedenkfeiern, für die Umsetzung von jüdisch-christlichen Themen in Schule und Gemeinde sowie Hinweise zum verantworteten Umgang miteinander und zur Auseinandersetzung mit offenem, latentem und verstecktem Antijudaismus. Jedes der sieben Hefte enthält außerdem eine Übersicht über Literatur und Internetadressen zum jeweiligen Thema. Anfragen: Katholische Akademie Rabanus Maurus, Eschenheimer Anlage 21, 60318 Frankfurt/M.; Tel. 069/1501300; Fax 069/298065; E-Mail: info@KARM.de.

Am 16. September 2003 wurde in Krakau im Rahmen eines deutsch-polnisch-amerikanisch- christlich-jüdischen Seminars das Buch Dialog u progu Auschwitz, hg. von Manfred Deselaers (Dialog an der Schwelle von Auschwitz, vgl. FrRu10 [2003]274-280), vorgestellt. Der Band ist eine Frucht der Treffen von Christen und Juden aus den USA, Polen und Deutschland im Zentrum für Dialog und Gebet in Auschwitz. Der schwierige Dialog angesichts von Auschwitz ist sowohl eine große Herausforderung als auch eine große Chance, um Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Daß dieser Dialog am Rande von Auschwitz überhaupt möglich ist und neue Freundschaften gebiert, ist schon allein ein Zeichen der Hoffnung.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/M., Salomon Korn, wurde am 21. September 2003 zum Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt. Seine wichtigsten Aufgaben, so Korn, seien die Sorge um Integration der jüdischen Zuwanderer und die Stärkung der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, an der in Zukunft Rabbiner für die deutschen Gemeinden ausgebildet werden sollen. Als Architekt wird Salomon Korn auch zuständig sein für Synagogen, Mahnmale und Gedenkstätten. Besorgniserregend sei der schleichende Antisemitismus. Korn vermutet bei bis zu einem Fünftel der Menschen in Deutschland eine antisemitische Einstellung.

Der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano wurde am 17. September 2003 im Berliner Centrum Judaicum mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet. Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats, würdigte Giordano als leidenschaftlichen Kämpfer für Gerechtigkeit. Es sei ihm gelungen, „den Opfern eine Stimme zu geben und ein Sprachrohr für all jene Überlebenden zu sein, die sich nicht in so wortgewaltiger Form äußern können“. Mit Blick auf das in München aufgedeckte Attentatskomplott warnte Charlotte Knobloch: „Noch ist der Grundstein [der Synagoge] nicht einmal gelegt [...] und schon lastet der Schatten des Antisemitismus wieder über uns.“ Von sich selbst sagte Giordano, er sei „versöhnungsbereit gegenüber jedem, der sich ehrlich und aufrichtig müht, aber absolut unversöhnlich gegenüber allen Varianten von Unbelehrbarkeit“.

Das Universitäre Zentrum St. Ignatius in Antwerpen veranstaltete im September 2003 ein zweiwöchiges Seminar zur Überwindung von Barrieren im interkulturellen Dialog. Dreißig jüdische, christliche und muslimische Akademiker aus Asien, Europa und den USA nahmen daran teil. Abschließend erklärten die Wissenschaftler: „Religionen dürfen nicht benutzt werden, Konflikte zu schüren. Vielmehr sind sie zu sehen als ein Rahmen für gegenseitigen Respekt, menschliche Würde und als Grundlage, um Frieden und Verständnis gegenüber Anhängern aller Religionen zu fördern."

Im Wintersemester 2003/2004 gibt es am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin einen Schwerpunkt israelische Literatur mit Gastprofessuren von Etgar Keret, Tel Aviv, und Galili Shahar, Jerusalem. Der Kurs wird neben einem Überblick auch Tendenzen, Gestalten, Zusammenhänge und ästhetische Phänomene in einigen Werken diskutieren, die neue Perspektiven über die Verfassung der Kultur in Israel eröffnen. Der Kurs verlangt keine Hebräischkenntnisse.

Am 2. November 2003 wurde in Göttingen der Edith-Stein-Preis 2003 an die Bruno- Hussar-Stiftung verliehen für die humanitären Aktionen von Neve Shalom. Der Edith-Stein-Kreis Göttingen will durch diesen Preis das Andenken an Edith Stein lebendig erhalten. Er wird alle zwei Jahre an Personen oder Gruppen vergeben, die sich durch Verständigung über nationale, soziale und religiöse Gräben hinweg ausgezeichnet haben.



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