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Gertrud Luckner
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Hubert Frankemölle (Hg.)

Christen und Juden gemeinsam ins dritte Jahrtausend.
„Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“

Das vorliegende Buch enthält die Vorträge einer Veranstaltungsreihe der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn (Mai bis Juli 2000). Anlaß für diese Vortragsreihe waren die großen Erwartungen und die nicht nur von jüdischer Seite geäußerte Kritik auf das vatikanische Dokument Wir erinnern uns: Nachdenken über die Schoa vom 16. März 1998, aber auch das Schuldbekenntnis von Papst Johannes Paul II. am 12. März 2000 und sein beeindruckender Besuch in Israel – nicht zuletzt auch in Yad Vashem am 23. März 2000.

In den von namhaften Autoren und kompetenten Kennern des christlichjüdischen Dialogs verfaßten Beiträgen wird der Jahrtausende alte Antijudaismus der christlichen Kirchen in Wort und Schrift, in Musik und bildender Kunst und der daraus abgeleitete Judenhaß der Nazis ebenso zur Sprache gebracht wie die durch die Schoa hervorgerufene Erschütterung und die längst überfällige christliche Rückbesinnung auf die Tatsache, daß das Christentum seine Wurzeln in Israel hat. Die Beiträge zeigen Möglichkeiten und Schritte für diesen Umkehr- und Besinnungsprozeß. Sie weisen auf Wege für ein friedliches Miteinander in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung hin und schaffen Perspektiven für ein besseres zukünftiges Miteinander. „Wir müssen die Spannungen so aushalten, daß sie nicht zu Ablehnung, Gehässigkeit, Besserwisserei und Triumphalismus führen. Das ist die Aufgabe für das nächste Jahrtausend“ (Landesrabbiner Henry Brandt). Damit ist es ein unentbehrliches Buch für jüdische und christliche Gemeinden, für Lehr- und Erziehungsbeauftragte sowie für Verantwortungsträger in Staat und Gesellschaft, die in besonderer Weise für das Gemeinwohl in der Gegenwart und für die Zukunft Sorge tragen müssen. Es bringt auch konkrete Aufgaben und Möglichkeiten des Dialogs zur Sprache bis hin zu religiösen Gemeinschaftsfeiern auf dem Fundament des Ersten Testaments. Es soll anregen, glaubwürdiger zu werden „in einer solidarischen Weggemeinschaft von Juden und Christen“.

Im Anhang findet sich die Ansprache von Bundespräsident Johannes Rau am 16. Februar 2000 vor der Knesset in Jerusalem (vgl. FrRu 7[2000]197-200) mit den abschließenden Worten: „Das beginnende Jahrhundert soll ein Jahrhundert des Friedens werden: für die Söhne und Töchter Abrahams und für unsere Welt.“

 


 

Jahrgang 9 / 2002 Heft 1 Seite 59



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