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Gertrud Luckner
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Notizen Jahrgang 9/2002 Heft 2

Vom 10. bis 13. Dezember 2001 tagte im Konrad Adenauer Konferenzzentrum in Jerusalem die Internationale Konferenz „Heine in Jerusalem”. Heine stand Zeit seines Lebens im  Mittelpunkt politischer Kontroversen (vgl. C. Thoma, Heinrich Heine, Streiter für Freiheit und Umkehr, in: FrRu 4[1997]81–89). Ziel der Konferenz war, Heine vor allem der jüngeren Generation in Israel näherzubringen. Fachleute der Heine-Forschung aus Deutschland, Frankreich und Israel nahmen daran teil. Anläßlich des 204. Geburtstags Heines brachte die israelische Philatelie eine Heine-Marke heraus und eine bisher unbenannte kleine Straße in der Nähe des Konferenzzentrums erhielt den Namen des Dichters. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Stefan Heym (1913–2001), der über die Ironie Heines referiert hatte, verstarb am 16. Dezember 2001 während eines Besuches am Toten Meer.

Die 8. Christlich-Jüdische Sommeruniversität des Instituts Kirche und Judentum an der Humboldt-Universität (23. bis 27. Juli 2001) stand unter dem Thema „Ethik in christlicher und jüdischer Sicht“. Fachleute aus den USA, aus Israel, England und Deutschland behandelten grundsätzliche und aktuelle Fragen. Besondere Aufmerksamkeit fand der Vortrag von Prof. Michael Signer über die jüdische Erklärung „Dabru Emet (vgl. FrRu 8[2001]114–117). Prof. Barbara Ischinger, Vizepräsidentin der HU, sprach über die Bemühungen der Universität, Gegengewichte zur Geschichte der Berliner Universität während der NS-Zeit zu setzen. Propst Dr. Lütcke distanzierte sich für die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg von judenmissionarischen Aktivitäten einzelner Randgruppen.

Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und Leiter der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, sprach während seiner Israelreise vom 19. bis 22. Nov. 2001 über die notwendige Intensivierung des jüdisch-christlichen Gesprächs. Der Dialog darf sich nicht nur auf die Aufarbeitung der Vergangenheit beschränken, sondern muß zukunftsorientiert sein. Christen und Juden müssen sich gemeinsam für ethische Normen in Politik und Gesellschaft, für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einsetzen. Juden und Christen müssen Alliierte werden. In der aktuellen Weltlage sollten Juden und Christen - gemeinsam mit den Muslimen - eine Allianz zur Förderung von Frieden und Versöhnung, insbesondere im Nahen Osten, bilden. Nur Gerechtigkeit und gegenseitiger Respekt können einen stabilen und dauerhaften Frieden schaffen. Juden und Christen müssen „ihre Stimmen erheben und provokative Rhetorik, Rache und Gewalt von jeder Seite verurteilen und den Verlust von Leben auf allen Seiten beklagen”.

Am 2. Dezember 2001 verstarb in München der Gründer und Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V., Dr. Dr. Simon Snopkowski (1925–2001). Das Anliegen der Gesellschaft ist, „jüdische Tradition und Geschichte wieder bewußt zu einem Bestandteil der Kulturlandschaft Bayerns zu machen”. Ein Schwerpunkt der 15. Jüdischen Kulturtage in München (November 2001) war das Judentum in Lateinamerika. Für das zahlreiche russisch-jüdische Publikum war das Konzert des Moskauer Synagogenchors ein besonders bewegendes Erlebnis.



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